Wilhelm Busch gilt als Wegbereiter des modernen Comics, doch sein Herzstück war das geschriebene Wort – der treffsichere, satirische Vers. In dieser Tradition zeichnet der Wilhelm-Busch-Preis Autorinnen und Autoren aus, die sich „in ihrer satirischen Erzähl- und Zeichenkunst der künstlerischen Qualität und der Tradition“ Wilhelm Buschs verpflichtet fühlen.
Eine Auszeichnung mit langer Geschichte
Der Preis wurde 1987 erstmals vergeben, ab 1997 jährlich, seit 2011 im Zweijahresrhythmus. Zunächst ging er an komische Lyrikerinnen und Lyriker; seit 2006 wird er an Dichterinnen und Dichter, Comic-Autorinnen und -Autoren sowie Cartoonistinnen und Cartoonisten vergeben, die im weitesten Sinn in der Tradition des Namensgebers stehen. Für die satirische und humoristische Versdichtung im engeren Sinn steht seit 2013 der ergänzende Hans-Huckebein-Preis, um den sich Autorinnen und Autoren auch selbst bewerben können.
Verbindung zum Schaumburger Land
Wilhelm Busch ist eng mit seiner Heimat verbunden. Er wurde in Wiedensahl geboren; die Menschen und Landschaften des Schaumburger Landes prägten sein Schaffen. Dass der Preis von der Schaumburger Landschaft, den Schaumburger Nachrichten und der Sparkasse Schaumburg getragen wird, unterstreicht diese Verwurzelung. Die Verleihung findet traditionell an Wirkungsstätten in der Region statt, meist in Stadthagen oder Wiedensahl.
Preisträgerinnen und Preisträger
Zu den bekanntesten Ausgezeichneten zählen Loriot, Robert Gernhardt und F. W. Bernstein. In der Anfangszeit (1987, dann jährlich ab 1997) wurden mehrere Autorinnen und Autoren komischer Verse pro Jahr ausgezeichnet; seit 2006 geht der Preis an eine Hauptpreisträgerin oder einen Hauptpreisträger. Seit 2013 wird zusätzlich der Hans-Huckebein-Preis vergeben, in einzelnen Jahren außerdem ein Förder- oder Sonderpreis.
- 1987 – Walter Hanel (politischer Karikaturist)
- 1997 – Alfred Paul Schubert, Friedhelm Kändler, Günter Nehm
- 1998 – Herman Leibbrand, Karsten Kretschmann, Fritz-Hans Rückel
- 1999 – Jürgen Lux, Gisela Walitzek-Platten, Inge Methfessel
- 2000 – Jörg Borgerding, Klaus Schafmeister, Josef Kuhn
- 2001 – Ody (Gregor Köhne), Manfred Brinkmann, Jürgen Lux
- 2002 – Christian Maintz, Ody (Gregor Köhne), Maik Altenburg
- 2003 – Bettina Hoffmann-Günster, Ody (Gregor Köhne), Jörg-Martin Willnauer
- 2004 – Alex Dreppec, Bernd Penners, Peter Düker
- 2005 – Rune Becker, Christian Maintz, Peter Düker
- 2006 – Robert Gernhardt; Förderpreis: Dirk Nachtigall, Helmut Opitz
- 2007 – Loriot (Vicco von Bülow); Förderpreis: Gerhard Seyfried, Bruno Wendt; Sonderpreis: Lena Krochmann
- 2008 – F. W. Bernstein; Sonderpreis: Christian Maintz, Christian Mahnke
- 2011 – Ernst Kahl
- 2013 – Franziska Becker; Hans-Huckebein-Preis: Volker Henning, Dieter Brandl
- 2015 – Hans Traxler; Hans-Huckebein-Preis: Roland Kielmann, Volker Henning, Reiner Koch, Arno Meiser
- 2017 – Ralf König; Hans-Huckebein-Preis: Dieter Brandl, Werner Schwuchow
- 2019 – Isabel Kreitz; Hans-Huckebein-Preis: Volker Henning, Dieter Brandl
- 2021 – Markus Witzel (Mawil); Hans-Huckebein-Preis: Juliane Kaelberlah
- 2024 – Hilke Raddatz; Hans-Huckebein-Preis: Kai Wenzel, Florian Kottmair, Jana E. Hentzschel
- 2026 – Nicolas Mahler
Das Wichtigste in Kürze
- Zweck: Auszeichnung für satirische Erzähl- und Zeichenkunst in der Tradition Wilhelm Buschs – anfangs komische Lyrik, seit 2006 auch Comic und Cartoon.
- Turnus: alle zwei Jahre.
- Träger: Schaumburger Landschaft, Schaumburger Nachrichten und Sparkasse Schaumburg.
- Ort: Landkreis Schaumburg, meist Stadthagen oder Wiedensahl.
- Dotierung: 10.000 Euro; Hans-Huckebein-Preis 2.500 Euro.
Quelle
Preisträgerliste nach Wikipedia: Wilhelm-Busch-Preis und der offiziellen Seite wilhelm-busch-preis.de.











