Johanna Keßler

Johanna Keßler (geboren am 9. Mai 1831, gestorben am 9. Februar 1915) war die wichtigste Förderin und Sammlerin Wilhelm Buschs. Als Frau des Frankfurter Bankiers Kaspar Keßler nahm sie ihn ab etwa 1868 in ihren Kreis auf.

Verbindung zu Wilhelm Busch

Den Kontakt stellte Buschs Bruder Otto her, der als Hauslehrer bei den Keßlers arbeitete. Zwischen 1868 und 1872 hielt sich Busch immer wieder in Frankfurt auf; die Keßlers stellten ihm ein Atelier, Johanna Keßler kaufte seine Bilder und versuchte, ihn in der Stadt heimisch zu machen. In dieser Zeit entstand ein großer Teil seiner Ölgemälde, darunter das Bildnis Johanna Keßler (um 1870/72).

Danach zog sich Busch nach Wiedensahl zurück. Der Briefwechsel ruhte über ein Jahrzehnt lang und wurde erst um 1891 wieder aufgenommen; danach schrieben sich beide bis zu Buschs Tod 1908 und trafen sich gelegentlich. In der Busch-Biografik wird Johanna Keßler oft als seine „unerfüllte Liebe“ beschrieben – eine Deutung, die sich auf den Ton der Briefe stützt, von Busch selbst aber nicht ausgesprochen wurde.

Bedeutung für Buschs Werk

Johanna Keßler bewahrte ihre Sammlung von Busch-Gemälden über Jahrzehnte zusammen. Ein Großteil der erhaltenen Ölbilder Buschs stammt aus ihrem Besitz und kam später an die Wilhelm-Busch-Gesellschaft in Hannover. Ohne sie wäre Buschs malerisches Werk heute weit lückenhafter überliefert.

Bildnachweis

Das gezeigte Porträt geht auf Wilhelm Buschs Ölgemälde Bildnis Johanna Keßler (Öl auf Leinwand, um 1870/72, 63 × 53 cm) zurück. Die Abbildung auf dieser Seite ist eine digital überarbeitete und für die Darstellung verbreiterte Fassung.

Quellen

Häufige Fragen

Wer war Johanna Keßler?

Johanna Keßler (1831–1915) war die Frau des Frankfurter Bankiers Kaspar Keßler. Sie wurde zur wichtigsten Förderin und Sammlerin der Gemälde Wilhelm Buschs.

Wie lernten Johanna Keßler und Wilhelm Busch sich kennen?

Buschs Bruder Otto arbeitete als Hauslehrer bei der Familie Keßler und stellte den Kontakt her. Ab etwa 1868 gehörte Busch zum Frankfurter Kreis der Familie.

Welche Rolle spielte Johanna Keßler für Wilhelm Buschs Malerei?

Die Keßlers stellten Busch ein Atelier zur Verfügung, und Johanna Keßler kaufte seine Bilder. Ein großer Teil der erhaltenen Ölgemälde Buschs befand sich später in ihrer Sammlung.

Gab es einen Briefwechsel zwischen Johanna Keßler und Wilhelm Busch?

Nach einer längeren Unterbrechung nahmen beide um 1891 den Briefwechsel wieder auf. Sie schrieben einander bis zu Buschs Tod 1908 und trafen sich gelegentlich.