„Sehnsucht“ ist ein Gedicht aus Wilhelm Buschs Sammlung „Zu guter Letzt“ (1904).
Schon viel zu lang
Hab ich der Bosheit mich ergeben.
Ich lasse töten, um zu leben,
Und bös macht bang.
Denn niemals ruht
Die Stimme in des Herzens Tiefe,
Als ob es zärtlich klagend riefe:
Sei wieder gut.
Und frisch vom Baum
Den allerschönsten Apfel brach ich.
Ich biß hinein, und seufzend sprach ich,
Wie halb im Traum:
Du erstes Glück,
Du alter Paradiesesfrieden,
Da noch kein Lamm den Wolf gemieden,
O komm zurück!
Zum Gedicht
Das Ich bereut ein Leben in der „Bosheit“ und bittet um Rückkehr zum „alten Paradiesesfrieden“ – zu einem Zustand vor Schuld und Gewalt, „da noch kein Lamm den Wolf gemieden“.
Weitere Gedichte aus „Zu guter Letzt“
Quelle
Wilhelm Busch: Zu guter Letzt. Bassermann, München 1904. Text nach Wikisource (Historisch-kritische Gesamtausgabe, Band 4).