Wasserneck und Menschenfresser: Wilhelm Buschs unbekannte Märchenwelt in Wiedensahl

Das Wichtigste in Kürze

  • Neue Sonderausstellung „Wasserneck und Menschenfresser. Märchen anders erzählt“ ab 15. April 2026 im Wilhelm Busch Geburtshaus, Wiedensahl.
  • Thema: Wilhelm Buschs lebenslange Beschäftigung mit Märchen – Sammeln, Bearbeiten, eigene Kunstmärchen.
  • Gezeigt werden u. a. Skripte zu einem Märchen-Kostümfest (1862) und das Libretto zu einem parodistischen „Hänsel und Gretel“-Singspiel.
  • Eröffnung: 15. April 2026 mit Einführungsvortrag von Dr. Julian Auringer.

Neben Max und Moritz ist ein weniger bekannter Teil von Wilhelm Buschs Werk seine Beschäftigung mit Märchen. Das Wilhelm Busch Geburtshaus in Wiedensahl widmet dieser Seite ab April 2026 die Sonderausstellung „Wasserneck und Menschenfresser. Märchen anders erzählt“.

Der „Froschkuss“

Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf dem Motiv des erlösenden Froschkusses: In der Erstausgabe der Brüder Grimm von 1812 wirft die Prinzessin den Frosch noch angewidert gegen die Wand. Laut Museum findet sich der heute geläufige Kuss erst in einer späteren, humorvollen Bearbeitung Wilhelm Buschs.

„Hansel und Gretel“ als Singspiel-Parodie

1862 verfasste Busch das Libretto zu einem Singspiel mit dem Titel „Hansel und Gretel“ (Musik: Georg Kremplsetzer), uraufgeführt im Münchener Odeon. Anders als in der späteren Oper von Humperdinck ist Buschs Fassung eine parodistische, für Erwachsene gedachte Version: Die Kinder fliehen freiwillig vor der Stiefmutter, und die Hexe ist mit einem Menschenfresser verheiratet. Der Ausstellungstitel bezieht sich zudem auf das Gedicht „Die beiden Schwestern“, in dem der Wasserneck – ein Wassergeist – eine mahnende Rolle spielt.

Regionale Bezüge

Die Schau erweitert den Blick auf die regionale Märchenforschung: Gezeigt werden auch die Sammlungen der Brüder Carl und Theodor Colshorn, die Mitte des 19. Jahrhunderts Märchen und Sagen im Raum Hannover zusammentrugen und mit den Brüdern Grimm korrespondierten. Mitmachelemente und Hörstationen laden zum Entdecken ein; ergänzend geht die Schau auf Märchenmotive in aktuellen Filmen und Videospielen ein.

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Ausstellungsseite mit allen Informationen

Quelle

Wilhelm Busch Land Wiedensahl.