„Querkopf“ ist ein Erzählgedicht aus Wilhelm Buschs Sammlung „Zu guter Letzt“ (1904).
Ein eigener Kerl war Krischan Bolte.
Er tat nicht gerne, was er sollte.
Als Kind schon ist er so gewesen.
Religion, Rechtschreiben und Lesen
Fielen für ihn nicht ins Gewicht:
Er sollte zur Schule und wollte nicht.
Später kam er zu Meister Pfriem.
Der zeigte ihm redlich und sagte ihm,
Jedoch umsonst, was seine Pflicht:
Er sollte schustern und wollte nicht.
Er wollte sich nun mal nicht quälen,
Deshalb verfiel er auf das Stehlen.
Man faßt ihn, stellt ihn vor Gericht:
Er sollte bekennen und wollte nicht.
Trotzdem verdammt man ihn zum Tode.
Er aber blieb nach seiner Mode
Ein widerspenstiger Bösewicht:
Er sollte hängen und wollte nicht.
Zum Gedicht
Die Widerspenstigkeit zieht sich als Refrain durch das ganze Leben Krischan Boltes – er will nicht zur Schule, nicht schustern, nicht bekennen und am Ende nicht hängen: „Er sollte hängen und wollte nicht.“
Weitere Gedichte aus „Zu guter Letzt“
Quelle
Wilhelm Busch: Zu guter Letzt. Bassermann, München 1904. Text nach Wikisource (Historisch-kritische Gesamtausgabe, Band 4).