„Noch zwei?“ ist ein Erzählgedicht aus Wilhelm Buschs Sammlung „Zu guter Letzt“ (1904).
Durch das Feld ging die Familie,
Als mit glückbegabter Hand
Sanft errötend Frau Ottilie
Eine Doppelähre fand.
Was die alte Sage kündet,
Hat sich öfter schon bewährt:
Dem, der solche Ähren findet,
Wird ein Doppelglück beschert.
Vater Franz blickt scheu zur Seite.
Zwei zu fünf, das wäre viel.
Kinder, sprach er, aber heute
Ist es ungewöhnlich schwül.
Zum Gedicht
Nach altem Volksglauben bringt eine gefundene Doppelähre demjenigen, der sie findet, „ein Doppelglück“ – Nachwuchs. Vater Franz, schon Vater von fünf Kindern, weicht dem Wink aus: „aber heute / Ist es ungewöhnlich schwül“.
Weitere Gedichte aus „Zu guter Letzt“
Quelle
Wilhelm Busch: Zu guter Letzt. Bassermann, München 1904. Text nach Wikisource (Historisch-kritische Gesamtausgabe, Band 4).