„Die Seelen“ ist ein kurzes Erzählgedicht aus Wilhelm Buschs Sammlung „Zu guter Letzt“ (1904).
Der Fährmann lag in seinem Schiff
Beim Schein des Mondenlichts,
Als etwas kam und rief und pfiff,
Doch sehen tat er nichts.
Ihm war, als stiegen hundert ein.
Das Schifflein wurde schwer.
Flink, Fährmann, fahr uns übern Rhein,
Die Zahlung folgt nachher.
Und als er seine Pflicht getan,
Da ging es klinglingling,
Da warf ein Goldstück in den Kahn
Jedwedes Geisterding.
Husch, weg und weiter zog die Schar.
Verwundert steht der Mann:
So Seelen sind zwar unsichtbar
Und doch ist etwas dran.
Zum Gedicht
Ein Fährmann setzt bei Mondlicht unsichtbare Wesen über den Rhein und findet danach für jedes ein Goldstück im Kahn. Der Schluss lässt die Deutung offen: „So Seelen sind zwar unsichtbar, / Und doch ist etwas dran.“
Weitere Gedichte aus „Zu guter Letzt“
Quelle
Wilhelm Busch: Zu guter Letzt. Bassermann, München 1904. Text nach Wikisource (Historisch-kritische Gesamtausgabe, Band 4).