Der Genfer Zeichner, Schriftsteller und Pädagoge Rodolphe Töpffer (1799–1846) gilt als Begründer der modernen Bildergeschichte und damit als einer der Wegbereiter des Comics. In seiner Tradition steht auch Wilhelm Busch, dessen Max und Moritz gut zwei Jahrzehnte nach Töpffers ersten Alben erschien.
Was Töpffer neu machte
Ab den 1830er-Jahren veröffentlichte Töpffer satirisch-komische Bildromane, in denen eine Folge von Zeichnungen – teils mehrere hundert Einzelbilder – mit knappen Textzeilen unter den Bildern eine fortlaufende Handlung erzählt. Das Zusammenspiel von Bildrhythmus, karikierendem Strich und pointiertem Text war eine eigene Erzählform, für die es bis dahin kein Vorbild gab. Alben wie Monsieur Jabot (1833) oder Histoire de M. Vieux Bois fanden rasch ein großes Publikum und wurden – oft als Raubdrucke – in ganz Europa nachgedruckt.
Goethes Urteil
1831 sah der greise Johann Wolfgang von Goethe mehrere von Töpffers Bilderhandschriften. Nach der Überlieferung zeigte er sich begeistert, nannte Töpffer „ein Original durch und durch“ und urteilte, es „funkelt alles von Talent und Geist“. Dieses Lob ermutigte Töpffer, seine Alben ab 1833 auch gedruckt herauszugeben.
Die Linie zu Wilhelm Busch
Busch entwickelte die Bildergeschichte weiter: engere Verzahnung von Bild und gereimtem Text, verknappte Bildfolgen, klar gebaute Pointen. Über Busch und die Münchner Fliegenden Blätter wirkte die Form ins 20. Jahrhundert und auf den amerikanischen Zeitungscomic. Zur Entwicklung bis in die Gegenwart siehe Comics und Graphic Novels.
Quellen
Wikipedia: Rodolphe Töpffer. – David Kunzle: Father of the Comic Strip. Rodolphe Töpffer. University Press of Mississippi, 2007.


