Das Wichtigste in Kürze
Termin: Freitag, 17. April 2026, 18:00 – 19:30 Uhr.
Ort: Museum Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst, Hannover.
Gäste: Künstlerin Anke Feuchtenberger im Gespräch mit der Comic-Expertin Katinka Kornacker.
Inhalt: Lesung aus „Der Spalt“ und „Genossin Kuckuck“, Einblicke in den künstlerischen Werdegang und die „Zeichnung als Denkform“.
Kosten: 12,00 € (regulär), 8,00 € (ermäßigt).
Bedeutung: Feuchtenberger gilt als Wegbereiterin der deutschen Graphic Novel und steht in der Tradition grafischen Erzählens, die einst Wilhelm Busch begründete.
Wenn am 17. April 2026 die Türen des Museums Wilhelm Busch im herrschaftlichen Georgengarten in Hannover zum Comic-Salon öffnen, begegnen sich zwei Welten, die untrennbar miteinander verbunden sind. Auf der einen Seite das Erbe von Wilhelm Busch, dem „Ur-Vater des Comics“, und auf der anderen Seite das Werk von Anke Feuchtenberger, einer der einflussreichsten Protagonistinnen der zeitgenössischen grafischen Literatur in Deutschland.
Die Evolution der Bildergeschichte: Von Busch bis Feuchtenberger
Wilhelm Busch revolutionierte im 19. Jahrhundert die visuelle Erzählweise. Mit über 30 veröffentlichten Bildergeschichten und einer weltweiten Verbreitung – allein „Max und Moritz“ wurde in über 200 Sprachen übersetzt und über 70 Millionen Mal in Deutschland verkauft – legte er den Grundstein für das, was wir heute als Comic kennen. Busch nutzte die Sequenzalität von Bild und Text, um gesellschaftliche Abgründe und menschliche Schwächen pointiert zu skizzieren.
Anke Feuchtenberger führt diese Tradition auf eine moderne, avantgardistische Weise fort. Wo Busch den Reim und die klare Linie nutzte, setzt Feuchtenberger auf metaphorische Tiefe und eine poetische Bildsprache. Ihr jüngstes Werk „Genossin Kuckuck“, das 2024 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert war, zeigt eindrucksvoll, wie das Medium Comic heute komplexe historische und private Narrative verwebt.
Ein Abend im Zeichen der Graphic Novel
Der Comic-Salon bietet dem Publikum die seltene Gelegenheit, die Künstlerin im direkten Dialog zu erleben. Moderiert wird der Abend von der renommierten Comic-Expertin Katinka Kornacker (COMIX Hannover). Im Fokus stehen Lesungen aus dem Band „Der Spalt“ sowie Einblicke in „Genossin Kuckuck“.
Feuchtenberger wird dabei über ihren künstlerischen Prozess berichten, den sie oft als „Zeichnen als Form des Denkens“ beschreibt. Für Liebhaber der grafischen Literatur ist dies eine Gelegenheit, die Entstehungsprozesse hinter den oft traumartigen und tiefgründigen Illustrationen zu verstehen. Die Verbindung zum Museum Wilhelm Busch unterstreicht zudem den Stellenwert der Graphic Novel als anerkannte Kunstform, die sich mutig aus dem Schatten der reinen Unterhaltungsliteratur herausgearbeitet hat.
Die Bedeutung für die Comic-Kultur in Hannover
Hannover hat sich durch das Museum Wilhelm Busch längst als Zentrum für Karikatur und Zeichenkunst etabliert. Die regelmäßigen Comic-Salons sind ein Beleg dafür, dass das Haus nicht nur Verwalter eines historischen Erbes ist, sondern aktiv die Zukunft der grafischen Kunst mitgestaltet. In einer Zeit, in der visuelle Kommunikation immer wichtiger wird, bietet dieser Abend eine fundierte Reflexion über die Macht der Bilder.
Abschließend lässt sich festhalten, dass der Comic-Salon mit Anke Feuchtenberger weit mehr als eine Lesung ist. Es ist eine Würdigung der grafischen Literatur, die den Bogen von den satirischen Wurzeln Wilhelm Buschs bis zur modernen, komplexen Graphic Novel spannt. Ein Pflichttermin für alle, die das Zusammenspiel von Wort und Bild in seiner höchsten Vollendung erleben möchten.