Der Esel
Es stand vor eines Hauses Tor
Ein Esel mit gespitztem Ohr,
Der käute sich sein Bündel Heu
Gedankenvoll und still entzwei. –
Nun kommen da und bleiben stehn
Der naseweisen Buben zween,
Die auch sogleich, indem sie lachen,
Verhaßte Redensarten machen,
Womit man denn bezwecken wollte,
Daß sich der Esel ärgern sollte. –
Doch dieser hocherfahrne Greis
Beschrieb nur einen halben Kreis,
Verhielt sich stumm und zeigte itzt
Die Seite, wo der Wedel sitzt.
Herkunft
Das Gedicht gehört zu Abschnitt 8 von Wilhelm Buschs Gedichtzyklus Kritik des Herzens (1874).
Weitere Zitate von Wilhelm Busch
Quelle
Wilhelm Busch: Kritik des Herzens, Abschnitt 8. Historisch-kritische Gesamtausgabe, Bd. 2. Volltext auf wilhelm-busch.de.