Max und Moritz – Letzter Streich

Im letzten Streich schneiden Max und Moritz Löcher in die Getreidesäcke von Bauer Mecke. Der ertappt die beiden im Korn, steckt sie in seinen Sack und bringt sie zum Müller, der sie in der Mühle schrotet. Das Federvieh des Müllers frisst die Reste. Im anschließenden Schluss zeigt sich, dass im Dorf niemand um Max und Moritz trauert.

Max und Moritz, wehe euch!
Jetzt kommt euer letzter Streich! –

Illustration von Wilhelm Busch zu Max und Moritz, Siebter Streich (Zeichnung 0)

Wozu müssen auch die beiden
Löcher in die Säcke schneiden?? –

Illustration von Wilhelm Busch zu Max und Moritz, Siebter Streich (Zeichnung 1)

– Seht, da trägt der Bauer Mecke
Einen seiner Maltersäcke. –

Illustration von Wilhelm Busch zu Max und Moritz, Siebter Streich (Zeichnung 2)

Aber kaum daß er von hinnen,
Fängt das Korn schon an zu rinnen.

Illustration von Wilhelm Busch zu Max und Moritz, Siebter Streich (Zeichnung 3)

Und verwundert steht und spricht er:
„Zapperment! Dat Ding werd lichter!“

Illustration von Wilhelm Busch zu Max und Moritz, Siebter Streich (Zeichnung 4)

Hei! Da sieht er voller Freude
Max und Moritz im Getreide.

Illustration von Wilhelm Busch zu Max und Moritz, Siebter Streich (Zeichnung 5)

Rabs!! – in seinen großen Sack
Schaufelt er das Lumpenpack.

Illustration von Wilhelm Busch zu Max und Moritz, Siebter Streich (Zeichnung 6)

Max und Moritz wird es schwüle,
Denn nun geht es nach der Mühle. –

Illustration von Wilhelm Busch zu Max und Moritz, Siebter Streich (Zeichnung 7)

„Meister Müller, he, heran!
Mahl’ er das, so schnell er kann!“

Illustration von Wilhelm Busch zu Max und Moritz, Siebter Streich (Zeichnung 8)

„Her damit!“ – Und in den Trichter
Schüttelt er die Bösewichter. –

Illustration von Wilhelm Busch zu Max und Moritz, Siebter Streich (Zeichnung 9)

Rickeracke! Rickeracke!
Geht die Mühle mit Geknacke.

Illustration von Wilhelm Busch zu Max und Moritz, Siebter Streich (Zeichnung 10)

Hier kann man sie noch erblicken
Fein geschroten und in Stücken.

Illustration von Wilhelm Busch zu Max und Moritz, Siebter Streich (Zeichnung 11)

Doch sogleich verzehret sie

Illustration von Wilhelm Busch zu Max und Moritz, Siebter Streich (Zeichnung 12)

Meister Müllers Federvieh. –

Schluß

Als man dies im Dorf erfuhr,
War von Trauer keine Spur. –
– Witwe Bolte, mild und weich,
Sprach: „Sieh da, ich dacht es gleich!“ –
– Ja ja ja! rief Meister Böck –
„Bosheit ist kein Lebenszweck!“ –
– Drauf so sprach Herr Lehrer Lämpel:
„Dies ist wieder ein Exempel!“ –
– „Freilich!“ meint der Zuckerbäcker,
„Warum ist der Mensch so lecker?!“ –
– Selbst der gute Onkel Fritze
Sprach: „Das kommt von dumme Witze!“ –
– Doch der brave Bauersmann
Dachte: „Wat geiht meck dat an?!“ –
– Kurz, im ganzen Ort herum
Ging ein freudiges Gebrumm:
„Gott sei Dank! Nun ist’s vorbei
Mit der Übeltäterei!!“

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Worum es geht

Der Erzähler kündigt an, dass es Max und Moritz jetzt an den Kragen geht. Sie schneiden Löcher in die vollen Getreidesäcke von Bauer Mecke. Als er unterwegs merkt, dass ein Sack leichter wird, findet er die beiden im Korn versteckt. Er steckt sie in seinen eigenen Sack und trägt sie zur Mühle. Der Müller schüttet sie in den Trichter, die Mühle schrotet sie, und die Enten des Müllers fressen die Reste auf.

Der Schluss der Geschichte

Nach dem letzten Streich reagiert das ganze Dorf erleichtert. Alle früheren Opfer – Witwe Bolte, Schneider Böck, Lehrer Lämpel, der Zuckerbäcker und Onkel Fritz – kommentieren das Ende mit einem knappen Spruch. Nur der Bauer bleibt gleichgültig. Der Schlusschor lautet: „Gott sei Dank! Nun ist’s vorbei / Mit der Übeltäterei!!“

Figuren im letzten Streich

Bauer Mecke ertappt die beiden und liefert sie beim Müller ab. Meister Müller mahlt sie in seiner Mühle. Beide handeln, ohne zu zögern – der letzte Streich ist der einzige, der für Max und Moritz tödlich endet.

Quelle

Wilhelm Busch: Max und Moritz. Eine Bubengeschichte in sieben Streichen. Braun & Schneider, München 1865. Verstext nach Wilhelm Busch: Werke. Historisch-kritische Gesamtausgabe, Band 1 (wiedergegeben bei Wikisource).