Die kühne Müllerstochter ist eine Bildergeschichte von Wilhelm Busch. Sie erschien 1868 in Band 20 der Zeitschrift Über Land und Meer. Die Folge erzählt in elf Bild-Text-Einheiten, wie sich eine Müllerstochter gegen drei Räuber wehrt.

Die Bildergeschichte

Es heult der Sturm, die Nacht ist graus,
Die Lampe schimmert im Müllerhaus.

Da schleichen drei Räuber wild und stumm –
Husch, husch, pist, pist! – ums Haus herum.

Die Müllerstochter spinnt allein,
Drei Räuber schauen zum Fenster herein.

Der zweite will Blut, der dritte will Gold,
Der erste, der ist dem Mädel hold.

Und als der erste steigt herein,
Da hebt das Mädchen den Mühlenstein.

Und – patsch! – der Räuber lebt nicht mehr,
Der Mühlstein druckt ihn gar zu sehr.

Doch schon erscheint mordgierig-heiter
Und steigt durchs Loch der Räuber zweiter.

Ha! Hu! – Er ist, eh’ er’s gewollt,
Wie Rollenknaster aufgerollt.

Jetzt aber naht mit kühnem Schritte
Voll Goldbegierigkeit der dritte.

Schnapp! – ist der Hals ihm eingeklommen;
Er stirbt, weil ihm die Luft benommen.

So starben die drei ganz unverhofft.
O Jüngling, da schau her!
So bringt ein einzig Mädchen oft
Drei Männer ins Malheur!!!
Entstehung und Überlieferung
Die Zeichnung „Die drei Räuber“ gehört zur elfteiligen Folge. Das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin beschreibt sie als zweites Blatt der Folge und nennt als Erstdruck Band 20 von Über Land und Meer im Jahr 1868. Der Wortlaut der Verse auf dieser Seite folgt der digitalen TextGrid-Ausgabe.
Vertonung

Bildnachweis
Fotorealistische Illustrationen: Jörg Spieler, 2025.


