An einer Hausfassade in der Ettaler Straße in Oberammergau ist eine Szene aus Wilhelm Buschs Max und Moritz als Lüftlmalerei zu sehen. Die Straße ist für ihre Fassadenmalereien mit Märchenmotiven bekannt – von Rotkäppchen bis zu den Bremer Stadtmusikanten.
Beim Neubau ihres Hauses ließ die Familie Kreyss eine Fassadenfläche eigens dafür frei. Die Malerin und Bildhauerin Christina Dichtl aus Bad Bayersoien setzte darauf eine Szene aus dem zweiten Streich um. Anders als die farbigen Märchen-Lüftl der Nachbarhäuser ist die Busch-Malerei bewusst in Grautönen gehalten und bleibt damit nah an Buschs Federzeichnung.
Was ist Lüftlmalerei?
Lüftlmalerei ist eine traditionelle Fassadenmalerei aus dem süddeutschen und österreichischen Alpenraum, meist in Freskotechnik ausgeführt. Sie zeigt Szenen aus Religion, Geschichte, Alltag oder Sage, oft mit Scheinarchitektur und kräftigen Farben. Der Name geht wahrscheinlich auf das Haus „Zum Lüftl“ in Oberammergau zurück, in dem der Maler Franz Seraph Zwinck (1748–1792) lebte.


