Das Wichtigste in Kürze
- Ferienaktion „Mit Wilhelm Busch ins Märchenreich“ am 7. August 2026, 15:00 Uhr
- Zielgruppe: Kinder von 7 bis 12 Jahren
- Ort: Wilhelm Busch Geburtshaus, Hauptstr. 68a, 31719 Wiedensahl
- Programm: Schatzsuche, Märchen-Schnipsel zusammensetzen, gemeinsames Lesen, Basteln
- Kosten: 5 €, Anmeldung erforderlich
- Veranstalter: Museumslandschaft Wilhelm Busch Wiedensahl e.V.
Kinder sollen diesen Sommer etwas erleben, das weder Disney noch die Grimms ihnen zeigen können: die Märchen, wie sie einmal erzählt wurden – roh, bildstark, eigenartig und voller Leben. Das Geburtshaus von Wilhelm Busch in Wiedensahl macht genau das möglich.
Am 7. August 2026 lädt die Museumslandschaft Wilhelm Busch Wiedensahl e.V. zur Ferienaktion „Mit Wilhelm Busch ins Märchenreich“ – und die ist alles andere als ein gewöhnlicher Museumsnachmittag. Was die Kinder erwartet, verbindet Spurensuche mit Märchenlektüre: Versteckte Textschnipsel wollen in der Ausstellung gefunden und zu einer Geschichte zusammengesetzt werden – einem jener Stoffe, den Busch selbst kannte und mit dem er arbeitete. Dazu gibt es einen echten Schatz zu entdecken und etwas zum Mitnehmen zu basteln.
Wenn Hänsel und Gretel plötzlich ganz anders klingen
Was die neue Ausstellung im Geburtshaus so bemerkenswert macht, ist ihr Blick hinter die kanonisierten Fassungen der Volksmärchen. Hänsel und Gretel, der Froschkönig – man glaubt, sie zu kennen. Aber das Museum zeigt, was vor Grimm und jenseits von Disney existierte: Versionen, die nicht geglättet und nicht auf moralische Eindeutigkeit zugeschnitten sind.
Dass Busch selbst einen tiefen Zugang zu diesem Stoff hatte, ist wenig bekannt. Als junger Mann zog er durch Wiedensahl und Umgebung und ließ sich von den Einwohnern Märchen und Sagen erzählen – und schrieb sie auf. Das war kein folkloristisches Hobby, sondern ein lebenslanges Thema: Busch verfasste selbst Märchen in Form von Bildergeschichten und Singspielen. Die Ausstellung macht diese unbekannte Seite des Künstlers greifbar – und das auf eine Art, die Kinder nicht belehrt, sondern einbezieht.
Das Bild des Froschkusses, das die Veranstaltung illustriert, zeigt das eindrücklich: zart koloriert, federleicht in der Linie, und doch mit einer Intensität, die keiner Erklärung bedarf. Das ist die Qualität von Buschs Bildsprache – sie funktioniert sofort, auch für Siebenjährige.
Ein Geburtshaus als Erlebnisraum – kein Museum von gestern
Das Wilhelm Busch Geburtshaus in Wiedensahl ist mehr als eine Gedenkstätte. Es ist ein Ort, an dem man spüren kann, wie ein Ort einen Menschen formt – und umgekehrt. Busch verbrachte hier seine ersten neun Jahre, in diesem Haus, in dieser Landschaft, zwischen Geschichten, die ihm die Nachbarn erzählten.
Die Ferienaktion nutzt diesen Kontext gezielt: Das Suchen der Schnipsel, das Zusammensetzen der Geschichte, der Schatz – all das spielt sich in Räumen ab, die selbst Teil der Erzählung sind. Für Kinder zwischen 7 und 12 Jahren ist das ein niedrigschwelliger Einstieg in eine Welt, die ihnen zwar vertraut und gleichzeitig überraschend fremd ist.
Fazit: Wer Kindern in den Sommerferien etwas bieten will, das hält – als Erlebnis und als Erinnerung – liegt in Wiedensahl richtig. Fünf Euro, eine Stunde, ein echter Schatz. Und vielleicht der erste Blick auf einen Busch, den sie noch nicht kannten.

