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	<title>Du hast nach Messe gesucht &#8226; Wilhelm Busch.de</title>
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	<description>Urvater des modernen Comics</description>
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	<title>Du hast nach Messe gesucht &#8226; Wilhelm Busch.de</title>
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		<title>Eine Brücke von Busch zur Moderne: Comic-Salon mit Anke Feuchtenberger</title>
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		<dc:creator><![CDATA[wilhelmbusch.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2026 05:49:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Comic Salon]]></category>
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		<category><![CDATA[Wilhelm Busch Museum]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="1080" height="675" src="https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2015/11/Museum-Wilhelm-Busch.jpg?fit=1080%2C675&amp;ssl=1" class="attachment-large size-large wp-post-image" alt="" decoding="async" srcset="https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2015/11/Museum-Wilhelm-Busch.jpg?w=1080&amp;ssl=1 1080w, https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2015/11/Museum-Wilhelm-Busch.jpg?resize=770%2C481&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2015/11/Museum-Wilhelm-Busch.jpg?resize=768%2C480&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2015/11/Museum-Wilhelm-Busch.jpg?resize=16%2C10&amp;ssl=1 16w, https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2015/11/Museum-Wilhelm-Busch.jpg?resize=700%2C438&amp;ssl=1 700w" sizes="(max-width: 1080px) 100vw, 1080px" /><p>Erleben Sie Anke Feuchtenberger im Comic-Salon 2026 in Hannover. Einblicke in Graphic Novels und die Tradition von Wilhelm Busch. Jetzt mehr lesen!</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="1080" height="675" src="https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2015/11/Museum-Wilhelm-Busch.jpg?fit=1080%2C675&amp;ssl=1" class="attachment-large size-large wp-post-image" alt="" decoding="async" srcset="https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2015/11/Museum-Wilhelm-Busch.jpg?w=1080&amp;ssl=1 1080w, https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2015/11/Museum-Wilhelm-Busch.jpg?resize=770%2C481&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2015/11/Museum-Wilhelm-Busch.jpg?resize=768%2C480&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2015/11/Museum-Wilhelm-Busch.jpg?resize=16%2C10&amp;ssl=1 16w, https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2015/11/Museum-Wilhelm-Busch.jpg?resize=700%2C438&amp;ssl=1 700w" sizes="(max-width: 1080px) 100vw, 1080px" /><h3 data-path-to-node="2">Das Wichtigste in Kürze</h3>
<ul data-path-to-node="3">
<li>
<p data-path-to-node="3,0,0"><b data-path-to-node="3,0,0" data-index-in-node="0">Termin:</b> Freitag, 17. April 2026, 18:00 – 19:30 Uhr.</p>
</li>
<li>
<p data-path-to-node="3,1,0"><b data-path-to-node="3,1,0" data-index-in-node="0">Ort:</b> Museum Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst, Hannover.</p>
</li>
<li>
<p data-path-to-node="3,2,0"><b data-path-to-node="3,2,0" data-index-in-node="0">Gäste:</b> Künstlerin Anke Feuchtenberger im Gespräch mit der Comic-Expertin Katinka Kornacker.</p>
</li>
<li>
<p data-path-to-node="3,3,0"><b data-path-to-node="3,3,0" data-index-in-node="0">Inhalt:</b> Lesung aus „Der Spalt“ und „Genossin Kuckuck“, Einblicke in den künstlerischen Werdegang und die „Zeichnung als Denkform“.</p>
</li>
<li>
<p data-path-to-node="3,4,0"><b data-path-to-node="3,4,0" data-index-in-node="0">Kosten:</b> 12,00 € (regulär), 8,00 € (ermäßigt).</p>
</li>
<li>
<p data-path-to-node="3,5,0"><b data-path-to-node="3,5,0" data-index-in-node="0">Bedeutung:</b> Feuchtenberger gilt als Wegbereiterin der deutschen Graphic Novel und steht in der Tradition grafischen Erzählens, die einst Wilhelm Busch begründete.</p>
</li>
</ul>
<p data-path-to-node="6">Wenn am 17. April 2026 die Türen des Museums Wilhelm Busch im herrschaftlichen Georgengarten in Hannover zum Comic-Salon öffnen, begegnen sich zwei Welten, die untrennbar miteinander verbunden sind. Auf der einen Seite das Erbe von Wilhelm Busch, dem „Ur-Vater des Comics“, und auf der anderen Seite das Werk von Anke Feuchtenberger, einer der einflussreichsten Protagonistinnen der zeitgenössischen grafischen Literatur in Deutschland.</p>
<h2 data-path-to-node="7">Die Evolution der Bildergeschichte: Von Busch bis Feuchtenberger</h2>
<p data-path-to-node="8">Wilhelm Busch revolutionierte im 19. Jahrhundert die visuelle Erzählweise. Mit über 30 veröffentlichten Bildergeschichten und einer weltweiten Verbreitung – allein „Max und Moritz“ wurde in über 200 Sprachen übersetzt und über 70 Millionen Mal in Deutschland verkauft – legte er den Grundstein für das, was wir heute als Comic kennen. Busch nutzte die Sequenzalität von Bild und Text, um gesellschaftliche Abgründe und menschliche Schwächen pointiert zu skizzieren.</p>
<p data-path-to-node="9">Anke Feuchtenberger führt diese Tradition auf eine moderne, avantgardistische Weise fort. Wo Busch den Reim und die klare Linie nutzte, setzt Feuchtenberger auf metaphorische Tiefe und eine poetische Bildsprache. Ihr jüngstes Werk „Genossin Kuckuck“, das 2024 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert war, zeigt eindrucksvoll, wie das Medium Comic heute komplexe historische und private Narrative verwebt.</p>
<h2 data-path-to-node="10">Ein Abend im Zeichen der Graphic Novel</h2>
<p data-path-to-node="11">Der Comic-Salon bietet dem Publikum die seltene Gelegenheit, die Künstlerin im direkten Dialog zu erleben. Moderiert wird der Abend von der renommierten Comic-Expertin Katinka Kornacker (COMIX Hannover). Im Fokus stehen Lesungen aus dem Band „Der Spalt“ sowie Einblicke in „Genossin Kuckuck“.</p>
<p data-path-to-node="12">Feuchtenberger wird dabei über ihren künstlerischen Prozess berichten, den sie oft als „Zeichnen als Form des Denkens“ beschreibt. Für Liebhaber der grafischen Literatur ist dies eine Gelegenheit, die Entstehungsprozesse hinter den oft traumartigen und tiefgründigen Illustrationen zu verstehen. Die Verbindung zum Museum Wilhelm Busch unterstreicht zudem den Stellenwert der Graphic Novel als anerkannte Kunstform, die sich mutig aus dem Schatten der reinen Unterhaltungsliteratur herausgearbeitet hat.</p>
<h2 data-path-to-node="13">Die Bedeutung für die Comic-Kultur in Hannover</h2>
<p data-path-to-node="14">Hannover hat sich durch das Museum Wilhelm Busch längst als Zentrum für Karikatur und Zeichenkunst etabliert. Die regelmäßigen Comic-Salons sind ein Beleg dafür, dass das Haus nicht nur Verwalter eines historischen Erbes ist, sondern aktiv die Zukunft der grafischen Kunst mitgestaltet. In einer Zeit, in der visuelle Kommunikation immer wichtiger wird, bietet dieser Abend eine fundierte Reflexion über die Macht der Bilder.</p>
<p data-path-to-node="14">Abschließend lässt sich festhalten, dass der Comic-Salon mit Anke Feuchtenberger weit mehr als eine Lesung ist. Es ist eine Würdigung der grafischen Literatur, die den Bogen von den satirischen Wurzeln Wilhelm Buschs bis zur modernen, komplexen Graphic Novel spannt. Ein Pflichttermin für alle, die das Zusammenspiel von Wort und Bild in seiner höchsten Vollendung erleben möchten.</p>
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		<title>Caricatures. Spott und Humor in Frankreich</title>
		<link>https://www.wilhelm-busch.de/wilhelm-busch/ausstellungen/archiv/caricatures-spott-und-humor-in-frankreich-von-1700-bis-in-die-gegenwart/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[wilhelmbusch.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Jul 2016 11:09:51 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<img width="2560" height="1422" src="https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2024/09/Abb.-02_Anonym-illu-scaled.jpg?fit=2560%2C1422&amp;ssl=1" class="attachment-large size-large wp-post-image" alt="Caricature" decoding="async" srcset="https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2024/09/Abb.-02_Anonym-illu-scaled.jpg?w=2560&amp;ssl=1 2560w, https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2024/09/Abb.-02_Anonym-illu-scaled.jpg?resize=770%2C428&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2024/09/Abb.-02_Anonym-illu-scaled.jpg?resize=768%2C427&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2024/09/Abb.-02_Anonym-illu-scaled.jpg?resize=1536%2C853&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2024/09/Abb.-02_Anonym-illu-scaled.jpg?resize=2048%2C1138&amp;ssl=1 2048w, https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2024/09/Abb.-02_Anonym-illu-scaled.jpg?resize=16%2C9&amp;ssl=1 16w" sizes="(max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /><p>Ab dem 9. Juli zeigt das Museum Wilhelm Busch in der Ausstellung „Caricatures. Spott und Humor in Frankreich von 1700 bis in die Gegenwart“ über 170 Werke französischer Zeichner. Der Bogen spannt sich von Jacques Callot über Honoré Daumier bis zu Jean-Jacques Sempé und den Karikaturisten von Charlie Hebdo. Die Ausstellung ist eine Hommage an [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="2560" height="1422" src="https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2024/09/Abb.-02_Anonym-illu-scaled.jpg?fit=2560%2C1422&amp;ssl=1" class="attachment-large size-large wp-post-image" alt="Caricature" decoding="async" srcset="https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2024/09/Abb.-02_Anonym-illu-scaled.jpg?w=2560&amp;ssl=1 2560w, https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2024/09/Abb.-02_Anonym-illu-scaled.jpg?resize=770%2C428&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2024/09/Abb.-02_Anonym-illu-scaled.jpg?resize=768%2C427&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2024/09/Abb.-02_Anonym-illu-scaled.jpg?resize=1536%2C853&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2024/09/Abb.-02_Anonym-illu-scaled.jpg?resize=2048%2C1138&amp;ssl=1 2048w, https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2024/09/Abb.-02_Anonym-illu-scaled.jpg?resize=16%2C9&amp;ssl=1 16w" sizes="(max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /><p>Ab dem 9. Juli zeigt das Museum Wilhelm Busch in der Ausstellung „Caricatures. Spott und Humor in Frankreich von 1700 bis in die Gegenwart“ über 170 Werke französischer Zeichner. Der Bogen spannt sich von Jacques Callot über Honoré Daumier bis zu Jean-Jacques Sempé und den Karikaturisten von Charlie Hebdo. Die Ausstellung ist eine Hommage an die facettenreiche Tradition der französischen Bildsatire und ihren Beitrag zur Presse- und Meinungsfreiheit.</p>
<h2>Der Bogen spannt sich von Jacques Callot über Honoré Daumier bis zu Jean-Jacques Sempé und den Karikaturisten von Charlie Hebdo</h2>
<p>Nach dem Anschlag auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ im Januar 2015 wurde intensiv darüber diskutiert, ob die Zeichner der französischen Zeitschrift mit ihren Karikaturen das Maß überzogen, Grenzen überschritten hätten. Im Kern ging es dabei um Kurt Tucholskys Frage „Was darf die Satire?“, zugleich aber auch darum, was eine freie Gesellschaft bereit ist, an Provokationen auszuhalten.</p>
<p>Gerade die Geschichte der französischen Karikatur zeigt eindrucksvoll, welch wichtige Rolle die Bildsatire in den vergangenen Jahrhunderten im Kampf um Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit gespielt hat: Karikatur und Satire sind seit jeher Ausdruck und Gradmesser einer aufgeklärten, zum Dialog bereiten Gesellschaft.</p>
<h2>Über 170 Werke aus fünf Jahrhunderten</h2>
<p>Diese lange französische Tradition bewusst zu machen, ist Ziel der Ausstellung „Caricatures“. Über 170 Werke aus fünf Jahrhunderten wurden dafür ausgewählt: Sie markieren historisch bedeutsame Entwicklungen und geben zugleich Aufschluss über die künstlerische Qualität der französischen Karikatur.</p>
<p>Bereits in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts deckt Jacques Callot in seinen Grafikfolgen soziale Missstände auf und zeigt Menschen am Rand der Gesellschaft: Bettler und Zigeuner, die nichts mehr zu verlieren haben. Er entlarvt Macht und Eros als Triebfedern menschlichen Handelns in seiner dialogisch komponierten Folge „Balli di Sfessania“ – und legt damit die Grundlage für eine Tradition der Bildsatire, die Humor und Spott mit Kritik an gesellschaftlichen Verhältnissen verbindet.</p>
<p>Im Zuge der Revolution von 1789 etabliert sich die politische Karikatur in Frankreich als aktualitätsbezogenes, populäres Printmedium. Neuartig ist die expressive politische Bildsprache, die in den Karikaturen der napoleonischen Kriege und der Restauration weiterentwickelt wurde. Parallel erobern populäre Serien wie „Le Bon Genre“ oder „Le Sûpreme Bon Ton“ das Publikum – mit unterhaltsamen Satiren auf gesellschaftliche Eitelkeiten oder modische Extravaganzen.</p>
<h2>Im 19. Jahrhundert ebnet das aufkommende Zeitungswesen der Karikatur den Weg zum Massenmedium</h2>
<p>Im 19. Jahrhundert ebnet das aufkommende Zeitungswesen der Karikatur den Weg zum Massenmedium: Das drucktechnische Verfahren der Lithografie erlaubt eine schnelle Produktion von Bildern in hoher Auflage und begünstigt so das Entstehen satirischer Zeitschriften. Ein Meilenstein ist die Gründung von „La Caricature“ durch den Verleger Charles Philipon im Jahr 1830. Künstler wie Grandville und Honoré Daumier üben hier öffentlichkeitswirksam Kritik am französischen König Louis-Philippe und seiner Politik. „La Caricature“ überschreitet damit wiederholt Zensurvorschriften. Die Konsequenz sind drastische Strafen: 1832 muss Honoré Daumier für sechs Monate ins Gefängnis, 1835 wird die Zeitschrift nach Einführung der Bildvorzensur ganz eingestellt.</p>
<p>Über weite Strecken des 19. Jahrhunderts begleitet die Zensur die französische Karikatur, wechseln sich Phasen strikter Verbote mit relativer Pressefrei- heit ab. Satirische Zeitschriften wie „Le Charivari“ nutzen jeden Freiraum und Honoré Daumier schreibt als schonungsloser und scharfer Chronist seiner Epoche Karikaturgeschichte: Er beleuchtet in großen Serien spöttisch das Gebaren und Treiben der Pariser Kleinbürger und demaskiert mit Figuren wie „Robert Macaire“ oder „Ratapoil“ das politische und gesellschaftliche System zwischen Julimonarchie und Zweitem Kaiserreich.</p>
<p>Mit großformatigen, grotesk überzeichneten Porträtkarikaturen macht ab 1865 André Gill zunächst auf dem Titel der satirischen Zeitschrift „La Lune“, später „L’Éclipse“, auf sich aufmerksam und avanciert damit zu einem der bekanntesten – und zugleich von der Zensur immer wieder bekämpften – Karikaturisten seiner Zeit.</p>
<h2>Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs dauert die große Zeit der satirischen Zeitschriften</h2>
<p>Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs dauert die große Zeit der satirischen Zeitschriften. Anhand ausgewählter Ausgaben von „L’Assiette au Beurre“, „Le Petit Journal“ oder „Le Rire“ wird in der Ausstellung ein Schlaglicht auf die sich darin ausdrückende künstlerische und thematische Vielfalt geworfen. In dieser Tradition stehen heute die Zeichner von „Charlie Hebdo“ mit ihren politischen und gesellschaftskritischen Blättern.</p>
<p>Doch die französische Karikatur hat auch im 20. und 21. Jahrhundert viele Facetten: Sie reicht von Albert Dubouts vergnüglichen Katastrophen bis zur frechen, subversiven Komik eines Tomi Ungerer. Sie kennt ebenso den stillen, heiter-melancholischen Humor eines Jean-Jacques Sempé wie die phantasti- sche Welt Roland Topors oder die unterhaltsamen Gesellschaftssatiren von Claire Brétecher.</p>
<p>Die Exponate der Ausstellung „Caricatures“ stammen zum überwiegenden Teil aus der Sammlung des Museums Wilhelm Busch, die einen reichen Bestand an historischen wie zeitgenössischen französischen Karikaturen vorweist. Ergänzt wird die Auswahl durch Leihgaben von Künstlern und aus Privatbesitz.</p>
<p>Begleitend zur Ausstellung erscheint ein ca. 160-seitiger Katalog mit Beiträgen von Gisela Vetter-Liebenow (Museum Wilhelm Busch), Ursula E. Koch (München), Rolf Reichardt (Gießen) sowie einem Interview mit Asiem El Difraoui (Institut für Medien- und Kommunikationspolitik, Berlin). Der Katalog wird finanziert durch die Ernst von Siemens Kunststiftung.</p>
<h2>Mit den Veranstaltungen des Rahmenprogramms holt das Museum französischen Esprit und französische Lebensart an die Leine</h2>
<p>Mit den Veranstaltungen des Rahmenprogramms holt das Museum französischen Esprit und französische Lebensart an die Leine. Am 14. Juli findet in Kooperation mit Antenne Métropole und den französischen Kulturvereinen in Hannover eine Feier zum französischen Nationalfeiertag im Palaisgarten statt. Auch das bewährte Veranstaltungsformat „Kultur &amp; Genuss“ wird fortgesetzt und widmet sich an insgesamt sechs Abenden der französischen Esskultur. Die französische Chanson-Sängerin Berangère Palix ist am 24. September zu Gast im Museum.</p>
<h2>Nachbetrachtung der Ausstellung</h2>
<p>Die Ausstellung &#8222;Caricatures. Spott und Humor in Frankreich von 1700 bis in die Gegenwart&#8220; war eine bedeutende Präsentation zur Geschichte der französischen Karikatur, die im Wilhelm-Busch-Museum in Hannover stattfand[3][4]. Hier sind einige wichtige Informationen über diese Ausstellung:</p>
<h2>Zeitraum und Ort</h2>
<p>Die Ausstellung lief vom 09.07.2016 bis zum 06.11.2016 im Wilhelm-Busch-Museum Hannover, das auch als Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst bekannt ist[3].</p>
<h2>Inhalt und Umfang</h2>
<p>Die Ausstellung bot einen umfassenden Überblick über die Entwicklung der französischen Karikatur über einen Zeitraum von mehr als 300 Jahren:</p>
<ul>
<li>Es wurden über 190 Werke aus fünf Jahrhunderten präsentiert[5].</li>
<li>Der Bogen spannte sich von frühen Künstlern wie Jacques Callot über bedeutende Karikaturisten wie Honoré Daumier bis hin zu modernen Zeichnern wie Jean-Jacques Sempé und den Karikaturisten von Charlie Hebdo[4][6].</li>
</ul>
<h2>Historische Entwicklung</h2>
<p>Die Ausstellung zeigte die wichtigsten Etappen in der Geschichte der französischen Karikatur:</p>
<ul>
<li>Frühe Anfänge: Jacques Callot im 17. Jahrhundert mit seinen grotesk überzeichneten Figuren der Commedia dell&#8217;Arte[3].</li>
<li>18. Jahrhundert: Etablierung der Karikatur durch Künstler wie Philippe-Jacques de Loutherbourg[3][7].</li>
<li>Frühe 19. Jahrhundert: Popularität von unterhaltsamen Serien zu Mode, Sitten und Gebräuchen[3].</li>
<li>Ab 1814/1815: Aufkommen der politischen Karikatur im Kontext der Befreiungskriege gegen Napoleon[3].</li>
</ul>
<h2>Themen und Bedeutung</h2>
<p>Die Ausstellung verdeutlichte die vielfältigen Funktionen und Themen der Karikatur in Frankreich:</p>
<ul>
<li>Gesellschaftskritik und politischer Kommentar</li>
<li>Darstellung von Kriegsfolgen (z.B. in Callots &#8222;Les Misères et les Malheurs de la Guerre&#8220;)[3]</li>
<li>Unterhaltung und Humor</li>
<li>Reflexion über Mode und gesellschaftliche Sitten</li>
</ul>
<p>Die Ausstellung unterstrich die herausragende und prägende Rolle französischer Künstler in der Geschichte der Karikatur und lud die Besucher ein, die große Vielfalt dieser Kunstform zu entdecken[3][8].</p>
<p>Citations:</p>
<p>[1] <a href="https://www.karikatur-museum.de">karikatur-museum.de</a></p>
<p>[2] <a href="https://www.wilhelm-busch.de/wilhelm-busch/ausstellungen/archiv/gerhard-haderer-think-big/">wilhelm-busch.de/wilhelm-busch/ausstellungen/archiv/gerhard-haderer-think-big/</a></p>
<p>[3] <a href="https://www.ernst-von-siemens-kunststiftung.de/ausstellung/caricatures-spott-und-humor-in-frankreich-von-1700-bis-in-die-gegenwart.html">ernst-von-siemens-kunststiftung.de/ausstellung/caricatures-spott-und-humor-in-frankreich-von-1700-bis-in-die-gegenwart.html</a></p>
<p>[4] <a href="https://www.wilhelm-busch.de/wilhelm-busch/ausstellungen/archiv/caricatures-spott-und-humor-in-frankreich-von-1700-bis-in-die-gegenwart/">wilhelm-busch.de/wilhelm-busch/ausstellungen/archiv/caricatures-spott-und-humor-in-frankreich-von-1700-bis-in-die-gegenwart/</a></p>
<p>[5] <a href="https://www.karikatur-museum.de/programm/ausstellungen/caricatures/">karikatur-museum.de/programm/ausstellungen/caricatures/</a></p>
<p>[6] <a href="https://www.kunst-mag.de/2017/12/05/spott-und-humor-in-frankreich-karikaturen-im-haus-ludwig-in-saarlouis/">Spott und Humor in Frankreich. Karikaturen im Haus Ludwig in Saarlouis</a></p>
<p>[7] <a href="https://www.institutfrancais.de/de/hannover/event/caricatures-spott-und-humor-frankreich-von-1700-bis-die-gegenwart-3901">institutfrancais.de/de/hannover/event/caricatures-spott-und-humor-frankreich-von-1700-bis-die-gegenwart-3901</a></p>
<p>[8] <a href="https://www.deutschlandfunk.de/caricatures-in-hannover-spott-und-humor-in-frankreich-100.html">&#8222;Caricatures&#8220; in Hannover &#8211; Spott und Humor in Frankreich</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wilhelm-busch.de/wilhelm-busch/ausstellungen/archiv/caricatures-spott-und-humor-in-frankreich-von-1700-bis-in-die-gegenwart/">Caricatures. Spott und Humor in Frankreich</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wilhelm-busch.de">Wilhelm Busch.de</a>.</p>
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		<title>17. Internationaler Comic-Salon Erlangen</title>
		<link>https://www.wilhelm-busch.de/nachrichten_ueber_wilhelm_busch/17-internationaler-comic-salon-erlangen/</link>
		
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		<pubDate>Fri, 04 Mar 2016 13:42:06 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<img width="1000" height="1000" src="https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2016/03/Comic-Salon-Erlangen.jpg?fit=1000%2C1000&amp;ssl=1" class="attachment-large size-large wp-post-image" alt="Comic-Salon-Erlangen" decoding="async" srcset="https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2016/03/Comic-Salon-Erlangen.jpg?w=1000&amp;ssl=1 1000w, https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2016/03/Comic-Salon-Erlangen.jpg?resize=340%2C340&amp;ssl=1 340w, https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2016/03/Comic-Salon-Erlangen.jpg?resize=770%2C770&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2016/03/Comic-Salon-Erlangen.jpg?resize=768%2C768&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2016/03/Comic-Salon-Erlangen.jpg?resize=16%2C16&amp;ssl=1 16w, https://i0.wp.com/www.wilhelm-busch.de/wp-content/uploads/2016/03/Comic-Salon-Erlangen.jpg?resize=700%2C700&amp;ssl=1 700w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><p>Zum 17. Internationalen Comic-Salon Erlangen vom 26. bis 29. Mai 2016 werden wieder über 25.000 Besucherinnen und Besucher in der deutschen Comic-Hauptstadt erwartet. Gegründet 1984, hat sich die Biennale längst zum größten und wichtigsten Festival für grafische Literatur und Comic-Kunst im deutschsprachigen Raum entwickelt und großen Anteil daran, dass der Comic auch in Deutschland längst [&#8230;]</p>
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<h2>Comic-Messe mit internationalem Rang</h2>
<p>Das Herz des ICS schlägt auf der Messe im Kongresszentrum: Rund 150 Aussteller – Verlage, Händler, Künstlergruppen und Comic-Klassen von Hochschulen – aus dem In- und Ausland präsentieren hier ihr Programm. Zahlreiche Neuerscheinungen werden erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und über 400 Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt kommen nach Erlangen, zeichnen live und signieren ihre Bücher. Hochkarätige Ausstellungen mit Tausenden von Originalzeichnungen im gesamten Stadtgebiet machen Erlangen zu einem einzigartigen Museum auf Zeit.</p>
<p>Der <strong>Max und Moritz-Preis</strong> ist die bedeutendste Auszeichnung für grafische Literatur im deutschen Sprachraum. Er wird durch eine von der Stadt Erlangen berufene unabhängige Fachjury in verschiedenen Kategorien vergeben und trägt seit über 30 Jahren wesentlich zur gesellschaftlichen und künstlerischen Anerkennung des Comics bei. Mit ihm wird die Arbeit herausragender Künstlerinnen und Künstler gewürdigt, verdienstvolle Verlagsarbeit bestärkt und die Auseinandersetzung über grafische Literatur intensiviert. Die Max und Moritz-Gala (Freitag, 27. Mai 2016, 21:00 Uhr), moderiert von Hella von Sinnen und Christian Gasser, gilt als einer der Höhepunkte des Internationalen Comic-Salons.</p>
<p>Das Salon-Programm umfasst darüber hinaus Vorträge, Gespräche und Diskussionen mit Zeichnern, Autoren, Verlegern und weiteren Experten zu aktuellen Themen des Marktes und Schwerpunkten des Salons, Lesungen, Zeichenwettbewerbe, Workshops und vieles mehr. Neben neuen Verfilmungen sind beim Comic Film Fest in den Erlanger Kinos Animationsfilme – von aktuellen Animes bis zur Avantgarde – zu sehen. Zahlreiche Aktionen für Kinder, Jugendliche und Familien bei reduzierten Eintrittspreisen bietet der Familien-Sonntag (29. Mai 2016).<br />
Die konkreten Programmschwerpunkte des 17. Internationalen Comic-Salons Erlangen werden im April bekanntgegeben.</p>
<h3>Hauptveranstaltungsort</h3>
<p>Kongresszentrum Heinrich-Lades-Halle und Rathaus<br />
(Rathausplatz 1, 91052 Erlangen)</p>
<h3>Öffnungszeiten Messe und Ausstellungen</h3>
<p>Donnerstag, 26. Mai 2016: 12:00 bis 19:00 Uhr<br />
Freitag und Samstag, 27. und 28. Mai 2016: 10:00 bis 19:00 Uhr<br />
Sonntag, 29. Mai 2016: 10:00 bis 18:00 Uhr</p>
<h3>Karten</h3>
<p>Vorverkauf ab Anfang März 2016 unter www.comic-salon.de (<a href="http://www.comic-salon.de" target="_blank" rel="noopener">Link</a>) und <a href="http://www.reservix.de" target="_blank" rel="noopener">www.reservix.de</a>, an den bekannten Vorverkaufsstellen im Großraum Erlangen, Nürnberg, Fürth, Bamberg, an den ReserviX-Vorverkaufsstellen deutschlandweit (Vorverkaufsgebühren) sowie vom 26. bis 29. Mai 2016 an der Tageskasse am Kongresszentrum Heinrich-Lades-Halle und weiteren Veranstaltungsorten.</p>
<p>Änderungen vorbehalten!</p>
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		<title>Pst</title>
		<link>https://www.wilhelm-busch.de/zitat/pst/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[wilhelmbusch.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Nov 2015 11:45:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Pst Es gibt ja leider Sachen und Geschichten, Die reizend und pikant, Nur werden sie von Tanten und von Nichten Niemals genannt. Verehrter Freund, so sei denn nicht vermessen, Sei zart und schweig auch du! Bedenk. Man liebt den Käse wohl – indessen, Man deckt ihn zu.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Pst</p>
<p>Es gibt ja leider Sachen und Geschichten,<br />
Die reizend und pikant,<br />
Nur werden sie von Tanten und von Nichten<br />
Niemals genannt.</p>
<p>Verehrter Freund, so sei denn nicht vermessen,<br />
Sei zart und schweig auch du!<br />
Bedenk. Man liebt den Käse wohl – indessen,<br />
Man deckt ihn zu.</p>
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		<title>Abschnitt 17</title>
		<link>https://www.wilhelm-busch.de/werke/geschichten/eduards-traum/abschnitt-17/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[wilhelmbusch.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Nov 2015 09:53:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Willich, der eben wieder hinter seinem Baum hervortrat und sogleich sah, wo Wohlgemuth hin wollte, fing gleichfalls das Rutschen an, und Wolltich, der ebenfalls wieder hinter seinem Batime hervorgetreten war und dem die Sache auch gleich einleuchtete, rutschte auch hinterher. So marschierte denn nun der nachdenkliche Wennaber, welcher die Abwesenheit seiner Kollegen nicht beachtet hatte, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Willich, der eben wieder hinter seinem Baum hervortrat und sogleich sah, wo Wohlgemuth hin wollte, fing gleichfalls das Rutschen an, und Wolltich, der ebenfalls wieder hinter seinem Batime hervorgetreten war und dem die Sache auch gleich einleuchtete, rutschte auch hinterher. So marschierte denn nun der nachdenkliche Wennaber, welcher die Abwesenheit seiner Kollegen nicht beachtet hatte, nur allein noch bergan. &#8222;Kinder!&#8220; sprach er. &#8222;Je mehr ich mir diese Sache, die wir vorhaben, überlege, je mehr finde ich, daß diese Sache, die wir vorhaben, sehr zweifelhaft ist. Wie denkt ihr darüber?&#8220; Bei diesen Worten drehte er sich um, und als er niemanden sah, sprach er:<br />
&#8222;Meine Brille ist angelaufen, denn ich habe transpiriert!&#8220; Er setzte sie ab und putzte sie mit Hilfe seines Rockschlappens, und dann setzte er sie wieder auf. Aber seine Kollegen konnte er nicht dadurch wahrnehmen. Doch ja! Dort unten rutschten sie. Wennaber war sehr geneigt zum Überlegen, wenn er aber mal wußte, was er eigentlich wollte, dann war sein Entschluß kurz, fest und unabänderlich. So auch jetzt. Er setzte sich rittlings auf seinen Wanderstab und rutschte gleichfalls den Berg hinunter und kam fast noch eher an als die drei andern. Ich stieg weiter.</p>
<p>Der Weg machte eine steile Wendung nach rechts hinauf. Auf einmal gab’s ein Gerassel. Erst kam mir etwas Steingeröll entgegengekollert, dann ein Sack voll Geld, dann ein runder Filzhut, dann eine goldene Schnupftabaksdose, dann ein runder Herr mit einem mannigfaltigen Charivari an der Uhrkette, was hauptsächlich das Rasseln tat, und dann rutschten sie alle nacheinander den Abhang hinunter, bis unten in den Chauseegraben. Hier angelangt inmitten seiner Effekten, verharrte der Reisende zunächst in einer liegenden Stellung. Darnach setzte er sich zunächst auf den Geldsack und nahm eine Prise und besah sich die Rutschbahn, die er soeben durchmessen hatte. Darnach klopfte er seinen staubigen Filzhut aus, warf den Sack auf die Schulter und begab sich in das Wirtshaus &#8222;Zum lustigen Hinterfuß&#8220;. Ich stieg weiter, der Weg wurde steiler und steiler. Vor mir schritt ein Wanderer, ein Handelsmann, wie’s schien, welcher eine Kiepe mit Glaswaren auf dem Rücken trug. Er ging mühsam und bedächtig, und als er einen passenden Baumstumpf fand, stellte er die Kiepe darauf und setzte sich ins Gras daneben, um auszuruhn. &#8222;Ach Gott!&#8220; sprach er seufzend. &#8222;Wie muß der Mensch sich plagen!&#8220; Sofort, nachdem er diese Äußerung getan hatte, kam ein Wirbelwind durchs Gebüsch dahergerauscht und warf den Korb auf die Erde, daß alle Gläser zerbrachen. &#8222;Sieh!&#8220; rief der erschrockene Handelsmann. &#8222;Kaum sagt man ein Wort, so stößt er einem die Kiepe auch noch um!&#8220; Er war sehr niedergeschlagen. Aber bald faßte er sich wieder, ging an den sandigen Abhang, setzte sich in die leere Kiepe,benutzte seinen Stecken als Steuer und kutschierte eilig ins Tal hinunter. Es dauerte auch nicht lange, so sah ich ihn drunten im Wirtsgarten, und der Herr mit dem Charivari und die vier guten Vorsätze hießen ihn bestens willkommen. Es mußten wohl alte Bekannte sein. Und die Musik spielte gerade ein herrliches Potpourri.</p>
<p>Ich stieg weiter. Die Bäume wurden knorriger, die Felsen schroffer. In einer Höhle, auf seinem Sitze festgebunden, den Rücken nach dem Lichte, das Gesicht nach der Wand gekehrt, saß der unglückliche Mensch, der, nun schon mehr als zehntausendmal wiedergeboren, doch noch immer von den Dingen, welche draußen vorbeipassierten, nichts weiter zu erkennen vermochte als ihre Schatten, die sie vor ihm an die Wand warfen. Als ich vor der Öffnung der Höhle einige Sekunden stillstand, hielt er mich für einen schwarzen Fliegenklecks an seiner Mauer und begrüßte mich als solchen. Mit überlegenem Lächeln verließ ich ihn. Noch ehe ich um die nächste Felsenecke gebogen, vernahm ich ein klatschendes Geräusch, ähnlich dem, welches die Köchin verursacht, wenn sie den Braten klopft. Nicht lange, so befand ich mich einem tätigen Manne gegenüber, der sich vermittels eines Ochsenziemers dermaßen den entblößten Rücken zerpeitschte, daß man wohl sah, es waren Schläge, die Öl gaben. &#8222;Was treibt Ihr denn da, guter Freund?&#8220; so fragte ich ihn.</p>
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		<title>Abschnitt 16</title>
		<link>https://www.wilhelm-busch.de/werke/geschichten/eduards-traum/abschnitt-16/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[wilhelmbusch.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Nov 2015 09:49:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Sie sahen sehr unternehmend aus und hatten ein großes Wort und sagten, da wollten sie bis Mittag schon droben sein, noch ehe der Löffel ins Warme ginge. Sie erzählten mir auch gleich, wie sie hießen und wo sie her wären und was sie für ein Metier hätten. Es waren vier &#8222;gute Vorsätze&#8220;. Sie stammten aus [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Sie sahen sehr unternehmend aus und hatten ein großes Wort und sagten, da wollten sie bis Mittag schon droben sein, noch ehe der Löffel ins Warme ginge. Sie erzählten mir auch gleich, wie sie hießen und wo sie her wären und was sie für ein Metier hätten. Es waren vier &#8222;gute Vorsätze&#8220;. Sie stammten aus einer fetten Gegend, aus Hinnum bei Herrum, wo man die guten Schmalzkücheln backt und die Kirchweih acht Tage dauert. Der eine hieß Willich, der andere hieß Wolltich, der dritte hieß Wennaber und der vierte hieß Wohlgemuth. Willlich hatte eine rote Nase, Wolltich ein rundes Bäuchlein, Wennaber eine schwarze Hornbrille, und wie verdammt hübsch der Wohlgemuth aussah, das wußte er schon selber.<br />
Natürlich fragten sie jetzt auch nach meinen Verhältnissen, worauf ich erwiderte: &#8222;Ich bin aus leer, ich denke sehr und weiß noch mehr, wie ich aber heiße, das sag’ ich euch nicht.&#8220; &#8222;Dann soll er Spirrlifix heißen!&#8220; rief der neckische Wohlgemuth. Und darüber lachten die drei andern, daß dem Willich die Nase blau wurde, dem Wolltich drei Knöpfe aus der Weste sprangen und dem Wennaber die Brille anlief vor Freudentränen. Ich war nicht erbaut von solchen Späßen. Ich, schwang mich nach oben und schwebte mindestens drei Meter hoch über der Gesellschaft. Unter lebhaften Gesprächen marschierten sie bergan.</p>
<p>Mittlerweile stieg die Sonne auch höher und schien schon recht warm durch die Bäume. Wolltich, der Dicke, zog seine Joppe aus und hing sie an den Stock; Wohlgemuth fing an zu flöten. &#8222;Jungens, rennt nicht so!&#8220; sagte Willich &#8222;Ich habe mir am linken Hacken eine Blase gelaufen!&#8220; &#8222;Wenn wir nur kein Gewitter kriegen!&#8220; meinte der bedenkliche Wennaber. Unter etwas weniger belebten Gesprächen marschierten sie bergan. Inzwischen stieg die Sonne noch höher und schien brühwarm durch die Bäume. Willich blieb stehen. &#8222;Was meint ihr zu dieser?&#8220; sprach er lächelnd und zog eine bedeutende Flasche hervor. Wolltich blieb auch stehen. &#8222;Was meint ihr zu der?&#8220; sprach er schmunzelnd und zog eine noch bedeutendere Wurst aus dem Ranzen. Wennaber blieb stehen. &#8222;Wenn wir nur nicht&#8220; &#8211; fing er zögernd an, aber Wohlgemuth, der ebenfalls stehengeblieben, schnitt ihm das Wort ab und rief freudig: &#8222;Heraus mit der Klinge!&#8220; und klappte unternehmend sein Taschenmesser auf.<br />
Dann suchten sie sich ein kühles Plätzchen, breiteten ihre Schnupftücher auf den Rasen und servierten das Frühstück. Ich setzte mich auf einen dürren Ast und sah zu. &#8222;Spirrlifix, komm runter!&#8220; rief mir der gutmütige Wolltich zu und zeigte die Wurst her, und Willich schwenkte die Flasche. Ich dankte. Ich war erhaben über dergleichen. &#8222;Wer nichts mag, ist der Beste!&#8220; scherzte Wohlgemuth, und das brachte Wolltich ins Lachen, und dann kriegte dieser einen Hustenschauer, und der ängstliche Wennaber klopfte ihm den Rücken, daß er nur wieder zu Atem kam.</p>
<p>Und nun langten sie zu und zeigten, was sie konnten und daß sie tatkräftige Leute waren, wenn’s ernstlich drauf ankam. Willich ließ den Wein leben, Wohlgemuth die Weiber, und Wennaber fing an: &#8222;Es lebe die Weis -&#8220; aber ehe er ausgesprochen, schrie Wolltich: &#8222;Es lebe die Wurst!&#8220; Darauf, als sie sich ausreichend erquickt hatten, marschierten sie unter den lebhaftesten Gesprächen wieder bergan. Inzwischen stieg die Sonne so hoch, wie sie nur konnte. Fast perpendikulär von oben blickte sie durchdringend auf die Schädel der Wanderer. Das Gespräch stockte. Die Schritte erlahmten. Zuerst blieb Willich zurück. Rechts vom Wege stand ein dicker Baum. Hinter diesen setzte sich Willich, zog seinen Iinken Schuh aus und rieb sich überhaupt mit Hirschtalg ein. Dann blieb Wolltich zurück. Rechts vom Wege stand noch ein dicker Baum. Hinter diesen setzte sich Wolltich. Wennaber und Wohlgemuth, welche nichts davon gemerkt hatten, marschierten schweigsam bergan. Wir zogen am Rande eines sandigen Abhangs hin, der sich bis unten ins Tal erstreckte, und befanden uns nun an einer Stelle, von wo man eine dankbare Aussicht nach links hatte. Am Fuße des Berges sah man deutlich das reizende Etablissement liegen, welches ich in der Frühe verlassen hatte. Es tönte Musik herauf. Es war Gartenkonzert. jetzt blieb Wohlgemuth auch zurück. Rechts am Wege stand noch ein dritter dicker Baum. Hinter diesen stellte sich Wohlgemuth, kriegte sein Perspektiv heraus, und als er durch dasselbe bemerkte, daß unten im Garten viele hübsche Mädchen saßen, schob er’s wieder ein, schlich sich an den Abhang und ließ sich hinunterrutschen.</p>
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		<title>Abschnitt 14</title>
		<link>https://www.wilhelm-busch.de/werke/geschichten/eduards-traum/abschnitt-14/</link>
		
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		<pubDate>Tue, 17 Nov 2015 09:44:20 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;Und Lust und Leid des Herzens&#8220;, forschte ich weiter, &#8222;sind die gleichfalls Bewegung?&#8220; &#8222;Gewiß!&#8220; erhielt ich zur Antwort. &#8222;Nur schraubenförmig!&#8220; Damit nahm er vom Gesimse ein zierliches Gestell, worin horizontal ein Pfropfenzieher lag, den man vermittelst einer Kurbel in drehende Bewegung setzen konnte. &#8222;Nur zu!&#8220; rief ich erwartungsvoll. Er schloß das linke Auge und fixierte [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wilhelm-busch.de/werke/geschichten/eduards-traum/abschnitt-14/">Abschnitt 14</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wilhelm-busch.de">Wilhelm Busch.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Und Lust und Leid des Herzens&#8220;, forschte ich weiter, &#8222;sind die gleichfalls Bewegung?&#8220; &#8222;Gewiß!&#8220; erhielt ich zur Antwort. &#8222;Nur schraubenförmig!&#8220; Damit nahm er vom Gesimse ein zierliches Gestell, worin horizontal ein Pfropfenzieher lag, den man vermittelst einer Kurbel in drehende Bewegung setzen konnte. &#8222;Nur zu!&#8220; rief ich erwartungsvoll. Er schloß das linke Auge und fixierte mich blinzelnd mit dem rechten. &#8222;So geht es noch nicht!&#8220; sprach er zögernd. &#8222;Denn wie ich bemerke, mein Lieber, ist Eure Konstitution etwas anders beschaffen, als wie es sonst üblich ist. Drum bitt ich, zuvörderst hier Platz zu nehmen in dem Sessel der höheren Empfindsamkeit!&#8220; Dies war ein ungemein weich gepolsterter Lehnstuhl. Ich lieg mich darauf nieder. Der Meister näherte sich mit der Schraube und fing an vorwärtszudrehen.<br />
Ein unsagbar peinliches Gefühl durchbohrte mein innerstes Wesen. Ich hätte laut aufschreien mögen. Es war, als wäre meine alte Großtante gestorben. &#8222;Der Schmerz ist positiv!&#8220; sprach der Meister gelassen. Und nun drehte er rückwärts. Der Schmerz ließ nach. Es durchströmte mich wie ein großes, unerwartetes Giück. Es war, als hätte mir die Selige eine halbe Million vermacht. &#8222;Die Freude ist negativ!&#8220; erklärte der Meister, indem er die Seelenschraube wieder an ihren Platz stellte. Um die Geduld des freundlichen Gelehrten nicht übermäßig in Anspruch zu nehmen, hielt ich es jetzt für angemessen, mich bestens zu empfehlen. &#8222;Noch eins!&#8220; sprach er und führte mich an seinen Schreibtisch.</p>
<p>In einem großen Glase voll Spiritus saß ein wunderliches Geschöpf, welches die größte Ähnlichkeit hatte mit einem überreifen Kürbis, woran unten, scheinbar als Gliedmaßen, ein paar kümmerliche Ranken hingen. &#8222;Dies&#8220;, so demonstrierte der Meister, &#8222;ist der Mensch von vor tausend Millionen Jahren, ehe er herabsank zum verächtlichen Lanzetttierchen, von welch letzterem wir uns wenigstens in der Gegenwart so weit wieder aufgerappelt haben, daß wir hoffen dürfen, auch in der Zukunft nochmal wieder etwas Rechtes zu werden.&#8220; &#8222;Schön ist er nicht!&#8220; meint’ ich enttäuscht. &#8222;Aber schlau!&#8220; fiel mir der Forscher ins Wort. &#8222;Ich hab ihm den Kopf visitiert. Die zweifelhafte Unterscheidung zwischen hier und dort, zwischen heute und übermorgen, die uns jetzt so viele Verlegenheiten bereitet, gab&#8220;s damals nicht; die Frage, ob zwei mal zwei vier sei, oder sonst was, lieg man unentschieden; und was die Gegensätze der Geometrie betrifft, so kann ich wenigstens so viel mit Bestimmtheit versichern, daß zu jenen Zeiten die krümmste Linie der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten war.&#8220; Hier machte der Naturphilosoph eine Pause, die mir Zeit ließ, ihm meine Bewunderung auszudrücken und zugleich noch ein weiteres Problem zu berühren. &#8222;Hochverehrtester!&#8220; hub ich an. &#8222;Darf ich mir zum Schluß noch eine kleine Anfrage gestatten?&#8220; Er nickte verbindlich. &#8222;Wie fragt’ ich, &#8222;steht es mit der Ethik? Was muß der Mensch tun, daß es ihm schließlich und ein für allemal gut geht?&#8220;</p>
<p>Ohne sich lange zu besinnen öffnete der Weise eine Schublade, nahm eine Flöte heraus, schob sie auf seine Nase, kniff den Mund zu, blies die Backen auf und fing an zu fingern und zu trillern und zu quinquilieren, wie ein geschulter Kanarienvogel, der auf der Geflügelausstellung den ersten Preis gekriegt hat. Als er hiermit aufgehört, fragte er kurz: &#8222;Verstanden? Überzeugt?&#8220; &#8222;Nicht so ganz!&#8220; gab ich verlegen zur Antwort. Nun begann er auf&#8220;s neue, indem er abwechselnd sang und flötete und dabei den Kopf gar gefällig von einer Seite zur andern wiegte:</p>
<p style="text-align: center;">&#8222;Wer nicht auf gute Gründe hört,<br />
trideldi!<br />
Dem werde einfach zugekehrt<br />
trideldi!<br />
Die Seite, welche wir benützen,<br />
Um drauf zu liegen und zu sitzen,<br />
triddellitt!&#8220;</p>
<p>Hiermit brach er kurz ab, legte die Flöte beiseite, drehte sich um, wickelte sich stramm in seinen Schlafrock, nahm eine gebückte Stellung an, krähte wie ein alter Cochinchinagockel und verschwand im Hinterstübchen. Die Papageien krähten gleichfalls. Einen Augenblick stand ich starr. Dann entfernt’ ich mich mit fabelhafter Geschwindigkeit.</p>
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		<title>Abschnitt 10</title>
		<link>https://www.wilhelm-busch.de/werke/geschichten/eduards-traum/abschnitt-10/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[wilhelmbusch.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Nov 2015 09:37:08 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Fremden zeigten sich einverstanden. Man aß gemeinsam, man trank gemeinsam, man rauchte gemeinsam, und was die Stiefel anlangt, so wurde freudig beschlossen, daß sie in der Früh gemeinsam geputzt werden sollten. Da der Fall immerhin merkwürdig schien, beschloß ich, bis zum folgenden Tage zu bleiben. Am nächsten Morgen versammelten sich die sechs Herren im [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Fremden zeigten sich einverstanden. Man aß gemeinsam, man trank gemeinsam, man rauchte gemeinsam, und was die Stiefel anlangt, so wurde freudig beschlossen, daß sie in der Früh gemeinsam geputzt werden sollten. Da der Fall immerhin merkwürdig schien, beschloß ich, bis zum folgenden Tage zu bleiben. Am nächsten Morgen versammelten sich die sechs Herren im gemeinsamen Frühstückszimmer, und als der Menschenfreund seine fünf Brüder ebenso propper gekleidet sah wie sich selbst, trat ihm eine Träne ins Auge, und jedem die Hand reichend, sprach er seine Freude darüber aus, daß nun jeder befriedigt sei. Ein gewesener Maurerpolier fing an, sich zu räuspern. &#8222;Ja!&#8220; sprach er. &#8222;Das ist wohl so! Indessen, da du deinerseits, mein Bruder, nun so lange Zeit mehr gehabt hast als wir, wär’s da nicht recht und billig, wenn wir unserseits nun auch mal eben so lange Zeit mehr hätten als du?&#8220; Der gerechte Menschenfreund, dem inzwischen noch eine zweite Träne ins Auge getreten, nickte ihm Beifall zu. Demnach trank jeder seinen Mokka, ausgenommen der Menschenfreund, demnach nahm jeder seinen Kognak, ausgenommen der Menschenfreund, demnach rauchte jeder seine Havanna, ausgenommen der Menschenfreund, demnach putzte keiner die Stiefel, ausgenommen der Menschenfreund. Als dieser nun seine fünf Brüder noch propperer dastehen sah als sich selber, trat ihm seine dritte Träne ins Auge, und jeden umarmend drückte er jedem seine Freude darüber aus, daß endlich jeder befriedigt sei.</p>
<p>Hier fing der Maurerpolier wieder an, sich zu räuspern und sagte, ja, das wäre wohl so, aber jetzt sollte er sich mal draußen unters Fenster stellen, und dann wollten sie ihm mal richtig auf den Kopf spucken und wollten mal zusehen, ob der Herr Bruder noch stolz sei. Der Menschenfreund, dem inzwischen noch eine vierte Träne ins Auge getreten, zeigte sich abgeneigt. Als das die fünf Brüder bemerkten und sahen, daß er sich sträuben wollte, faßte ihn einer hinten am Rockkragen und zog dran, bis die Ohren oben verschwanden, und ein anderer faßte ihn hinten am Hosenbund und zog dran, bis die Waden unten zum Vorschein kamen, und so führten sie ihn rings in der Stube herum und ließen ihn &#8222;stolz gehen&#8220;, wie sie es nannten, und dann hielten sie ihn horizontal in der Schwebe und trugen ihn auf den Hausflur, und dann zählten sie eins, zwei, drei, indem sie ihn pendulieren ließen, und bei drei flog er zum Tore hinaus und tat einen günstigen Fall in warmen Spinat und erschreckte eine Kuh, die sich hier einen Augenblick verweilt hatte, und als er so dalag, rannen ihm die angesammelten vier Tränen auf einmal aus den Augen heraus, und schimpfen tat er auch. Daraus, daß er letzteres tat, sah ich nur zu deutlich, daß er doch kein recht guter Mensch war. Wer der Gerechtigkeit folgen will durch dick und dünn, muß lange Stiefel haben. Habt Ihr welche? Habe ich welche? Ach, meine Lieben! Lasset uns mit den Köpfen schütteln!</p>
<p>In meinem Traume aber hatte ich die Hoffnung, einen guten Menschen zu finden, noch nicht aufgegeben. Ich folgte auf gut Glück einem Kollektanten, der mit seiner Sammelliste in eine nahegelegene Villa ging. Der nicht unbeleibte Besitzer derselben gab eine Mark für die äußere Mission und fünfzig Pfennige für die innere. Nachdem er dies getan und der Kollektant sich entfernt hatte, verfiel er in Schwermut. &#8222;Ich bin zu gut! Ich bin viel zu gut!&#8220; rief er seufzend und war ganz gerührt über sich selber wegen seiner fast strafbaren Herzensgüte. Ich war befriedigt. Ich hatte sogar einen mehr als guten Menschen gesehn.<br />
Erleichtert, sozusagen, flog ich nach dem Nymphengarten, wo vor versammelten Zuschauern ein Ballon in die Lüfte stieg. Der großartige Anblick brachte plötzlich einen kleinen Plan in mir zur Reife, den ich längst schon gehegt hatte. Ich wollte doch eben mal nachsehn, ob die Welt eigentlich ein Ende hätte oder nicht. Pfeilschnell stieg ich auf und befand mich sogleich in unmittelbarer Nähe des Ballons. Wir schwebten über der Stadt. Den Fallschirm in kundigen Händen, sprang der Luftschiffer aus der Gondel. Der Schirm versagte; und der kühne Aeronaut, soeben noch schnell nach oben strebend, strebt nun noch schneller nach unten mit einer zunehmenden Geschwindigkeit, die er kaum selber zu ermessen vermag. Er setzt sich auf den spitzigen Blitzableiter der Synagoge. Er zappelt unwillig mit Händen und Füßen, denn er war Antisemit. Dann ließ er nach und gab sich zufrieden. Ja, meine Lieben! Im ersten Augenblick ist einem manches nicht angenehm, aber mit der Zeit gewöhnt man sich an alles. Ach ja!</p>
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		<title>Abschnitt 3</title>
		<link>https://www.wilhelm-busch.de/werke/geschichten/eduards-traum/abschnitt-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[wilhelmbusch.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Nov 2015 09:09:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Kontrapunkt ließ weiterblasen. Ich wandte mich einer entfernteren Gesellschaft zu. Es waren Atome, die eben zur Francaise antraten. Mit großer Sicherheit tanzten sie ihre verzwickten molekülarischen Touren durch, und als sie aufhörten und sich niedersetzten, war’s allen hübsch warm geworden. Sie sind nicht so stupid, wie man sonst wohl zu glauben pflegt, sondern haben [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Kontrapunkt ließ weiterblasen. Ich wandte mich einer entfernteren Gesellschaft zu. Es waren Atome, die eben zur Francaise antraten. Mit großer Sicherheit tanzten sie ihre verzwickten molekülarischen Touren durch, und als sie aufhörten und sich niedersetzten, war’s allen hübsch warm geworden. Sie sind nicht so stupid, wie man sonst wohl zu glauben pflegt, sondern haben ihre interessanten und interessierten Seiten, so daß selbst so was wie ein zärtliches Verhältnis zwischen ihnen nicht selten ist. Eine ihrer Damen kam mir bekannt vor. Wo hatt’ ich sie nur gesehen? Richtig! Bei Leibnizens. Die alte Monade, und ordentlich wieder jung geworden! Schon hat auch sie mich erkannt. Sie fliegt auf mich zu, umklammert mich mit ihren mageren Valenzen, sie preßt mir einen rotglühenden Kuß auf die Lippen und ruft schwärmerisch: &#8222;Mein süßer Freund! Oh, laß uns ewig zusammenhaften!&#8220; &#8222;Ich verhielt mich abstoßend. Mit unglaublicher Schnelligkeit schoß ich oben durchs Zeltdach und eilte sodann, nicht ohne ängstliche Rückblicke, in die möglichste Ferne hinaus. Wie sich zeigte, nicht ganz allein.<br />
Dicht neben mir ließ sich ein kümmerliches Hüsteln vernehmen. Es war der mathematische Punkt, den ich vorhin zu fixieren versuchte. Zu Hause, so klagte er lispelnd, brächte er’s doch zu nichts. Nun wollte er einmal sehn, ob dort drunten in der geometrischen Ebene für ihn nichts zu machen sei. Da lag sie vor uns, die Horizontalebene, im Glanz der sinkenden Abendsonne.</p>
<p>Kein Baum, kein Strauch, kein Fabrikschornstein ragte draus hervor. Alles flach wie Judenmatzen, ja noch zehntausendmal flacher; und doch befanden wir uns am Eingang eines betriebsamen Städtchens, welches nur platt auf der Seite lag. Das Tor, welches wir passieren mußten, hatte nur Breite, aber nicht die mindeste Höhe. Es war so niedrig, daß ich mir, obgleich ich mich bückte, doch noch die Glatze etwas abschabte, und selbst mein winziger Begleiter konnte nur eben drunter durch. Er fand noch am selben Abend eine Anstellung bei einem tüchtigen Geometer, der ihn sofort in die Reißfeder nahm, um ihn an den Ort seiner künftigen Wirksamkeit zu übertragen, wozu ich ihm besten Erfolg wünschte. Ich selber suchte, da es schon spät, eine naheliegende Herberge auf. Hier nun trat mir zum erstenmal in Gestalt des Herrn Oberkellners eine richtige mathematische grade Linie entgegen. Etwas Schlankeres gibt’s nicht. Mir fiel gleich dabei ein, was Peter, mein kleiner Neffe, mal sagte. &#8222;Onkel Eduard!&#8220; sagte er. &#8222;Ein Geist muß aber recht mager sein, weil man ihn gar nicht sieht!&#8220; Und wie lächerlich dünn so ein mathematischer Strich ist, das sah ich so recht des Nachts, als ich zu Bette gegangen. In der Kammer nebenan schliefen ihrer dreißig in einer Bettstelle, die nicht breiter war als ein Zigarettenetui, und doch blieb noch Platz übrig. Freilich, erst schalten sie sich, denn es war ein Pole dabei, der an unruhigen Träumen litt und sich viel hin und her wälzte, bis sie ihn schließlich durch zwei Punkte festlegten; dann gab er Ruh. Ich bemühte mich, seinen Namen auszusprechen: Chrr &#8211; Chrrr &#8211; Chrrrr &#8211; Im selben Augenblick ließ sich wieder die Stimme vernehmen: &#8222;Eduard, schnarche nicht so!!&#8220; Ich fuhr heftig zusammen. Aber während ich das erstemal fast volle drei Sekunden nötig hatte, um mein inneres Gleichgewicht wieder zu finden, brauchte ich diesmal kaum zwei; dann ging ich schon wieder meinen gewohnten Gedanken nach, als sei weiter nichts vorgefallen.</p>
<p>Vielleicht, meine Freunde, möchte nun dieser oder jener unter euch geneigt sein, von mir zu erfahren, woher dierwähnte Stimme denn wohl eigentlich kommen konnte. Darauf erwidere ich, daß ich in der Regel vielzuviel Takt besitze, um auch nur die allergeringste Mitteilung über Dinge zu machen, die keinen andern etwas angehn. Entschuldigt meine Entschiedenheit!<br />
Am nächsten Morgen besah ich mir die Stadt. Selbstverständlich muß jedermann platt auf dem Bauche rutschen. Vornehme und Geringe sind auf den ersten Blick nur schwer zu unterscheiden, und wer genötigt ist, höflich zu sein, muß riesig aufpassen; denn da nichts Höhe hat, also gar keinen Schatten wirft, so erscheint vorläufig jeder, auch der quadratisch Gehaltvollste und Eckigste, der einem begegnet, als gewöhnlicher Strich. Natürlich zieht der Mangel an Schatten auch den Mangel an Photographen nach sich, und so müssen denn die Leute den schönen Zimmerschmuck entbehren, wofür wir unserseits diesen Künstlern so dankbar sind. Aber man behilft sich, so gut es geht. Man läßt seinen Schreiner kommen; man läßt sich ausmessen; er macht einen kleinen proportionalen Abriß in das Album des betreffenden Freundes, notiert den wirklichen Quadratinhalt nebst Jahr und Datum in die Mitte der werten Figur, und das Andenken ist fertig.</p>
<p>Was nun das ewige Rutschen betrifft, so wollte mir ein Eingeborener, der durchaus treuherzig und vollkommen glaubwürdig aussah, die feste Versicherung geben, daß es, obwohl hier jeder von Haus aus unendlich dünn sei, doch einige Briefträger gäbe, die sich mit der Zeit so abgeschabt hätten, daß sie auf ihre alten Tage nur halb so dünn wären wie möglich.<br />
Dies schien mir bemerkenswert wegen der Kongruenz. Denn erwies sich die Angabe als richtig, so war eine tatsächliche Deckung ganz gleicher Figuren, welche mir bei den äußerst gedrückten Ortsverhältnissen unmöglich schien, doch unter Umständen nicht ausgeschlossen. Ich erkundigte mich nach dem Kongruenzamte, eine Einrichtung, die ungefähr unserm Standesamte entsprechen würde. Da mir niemand Auskunft zu geben vermochte, wandte ich mich direkt an den Magistrat.<br />
&#8222;Solche Dummheiten&#8220;, hieß es, &#8222;machen wir hier nicht. Die das wollen, müssen sich gefälligst in die dritte Dimension bemühen, und die Symmetrischen erst recht!&#8220;<br />
Ihr altes Ratszimmer war ungemein dumpf und niedrig. Daher empfahl ich mich umgehends mit einem lustigen Vertikalsprung nach oben durch den Plafond und atmete auf im dreidimensionalen Raume, wo stereometrische Freiheit herrschte, wo der Kongruenz räumlich gleichgestimmter Paare keine Ehehindernisse im Wege standen.</p>
<p>So dachte ich. Aber Ausnahmen, wie überall, gab’s leider auch hier.<br />
Grad kamen zwei sphärische Dreiecke, eines genau das geliebte Spiegelbild des andern, sehr gerötet vom Kongruenzamte, wo man sie abgewiesen. Sie trug ein schön krumm gebügeltes Sacktuch von unendlich durchsichtigem Battist und weinte die landesüblichen Tränen, gleich niedlichen Seifenbläschen, die der Zephir entführte. Ein Paar unendlich feiner Handschuhe, ein linker und ein rechter, er Brautführer, sie Kranzjungfer, versuchten ihr Trost zu spenden, indem sie sagten: Ihnen ginge es ja auch so, und wenn alle Stricke rissen, dann könnte man ja immer noch durchbrennen in die vierte Dimension, wo nichts mehr unmöglich sei.</p>
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		<title>Abschnitt 26</title>
		<link>https://www.wilhelm-busch.de/werke/geschichten/schmetterling/abschnitt-26/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[wilhelmbusch.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Nov 2015 08:53:14 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Aber ehe ich noch Zeit hatte zu weinen, rief der Doktor triumphierend: &#8222;He? Wie? Was sagt Ihr nun? Schmucker Kerl fürwahr! Reiche Frau heiraten. Alles in Ordnung! Gratuliere! Und glückliche Reise!&#8220; Gerührt und dankbar drückt’ ich dem Doktor, der alles umsonst getan, die fleischige Hand, verließ die Stadt und begab mich auf die Dörfer in [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Aber ehe ich noch Zeit hatte zu weinen, rief der Doktor triumphierend:<br />
&#8222;He? Wie? Was sagt Ihr nun? Schmucker Kerl fürwahr! Reiche Frau heiraten. Alles in Ordnung! Gratuliere! Und glückliche Reise!&#8220; Gerührt und dankbar drückt’ ich dem Doktor, der alles umsonst getan, die fleischige Hand, verließ die Stadt und begab mich auf die Dörfer in der Absicht, mich langsam so weiterzubetteln, bis ich schließlich nach Hause käme. Letzteres ging schneller, als ich dachte.</p>
<p>Der Spätherbst war gekommen; kalt wehte der Wind; an meinem einst so reizenden Anzuge flatterten die Lappen wie Espenlaub. Als ich daher in Erfahrung brachte, daß in einem Hause jemand’ das Zeitliche gesegnet hatte, schien mir das eine für meine Bedürfnisse sehr hoffnungsreiche Aussicht zu eröffnen, denn, wie bekannt, lassen gerade die Toten oft ganz brauchbare Kleider zurück, auf die niemand recht Anspruch macht.</p>
<p>Ich hatte mich nicht getäuscht. Der Großvater war gestorben. Die glücklichen Erben, denen der hochbetagte Mann begreiflicherweise schon längst ein wenig im Wege saß, und die sich nun in einer sanftheiteren, mildtätigen Stimmung befanden, schenkten mir, ohne daß ich lange zu bitten brauchte, sehr gern den drittbesten Anzug, den der Verstorbene bis an sein seliges Ende für gewöhnlich und mit Vorliebe zu tragen pflegte. Um ihn anzulegen, zog ich mich in den Kuhstall zurück. Allerdings, die Hose war bedeutend zu weit und der Flausrock bedeutend zu lang für mich, aber um so besser paßte mir die mollige, wollige, etwas fettige Pelzkappe, die sich tief über die Ohren ziehen ließ, ganz nach Bedarf. Solchermaßen wohlausgerüstet gegen die Unbilden der Witterung, setzte ich humpelnd meine beschwerliche Wanderfahrt fort.</p>
<p>Schon beim nächsten Hause erwischte mich der Bettelvogt und trieb mich mit seinem Spieß vor sich her in das dortige Ortsgefängnis, genannt &#8222;Hundeloch&#8220;, allwo man, nachdem man mich einem kurzen Verhör unterworfen, den Beschluß faßte, mich umgehend auf den Schub zu bringen.<br />
Mein Schreck war heftig, und doch war’s mein Glück. Es bewährte sich auch an mir das treuherzige Sprichwort:</p>
<p>Was erst verdrießlich schien,<br />
War schließlich gut für ihn.</p>
<p>Da man mich mit Recht in keiner Gemeinde für einen ersprießlichen Mitbürger ansah, beeilte sich jede, mich möglichst prompt über die Grenze zur nächstfolgenden zu schaffen, bis ich endlich von der letzten mit unfehlbarer Sicherheit in aller Stille auf dem mir wohlbekannten Gebiete der Stadt Geckelbeck abgesetzt wurde, indem man hier das Weitere ganz meinem freien Ermessen anheimstellte.</p>
<p>Es war ein lustiges Schneegestöber bei nördlichem Winde, als ich abends mühselig auf zwei Krücken und einem Bein das väterliche Gehöft wieder betrat, das ich einst so leicht auf zwei Beinen verlassen hatte. Ich sah erst mal schüchtern durchs Fenster. Im Sorgenstuhl saß der Gottlieb, der bedeutend behäbiger aussah als sonst, und hatte zwischen seinen Knien einen Knaben von drei, vier Jahren, dem er eine Peitsche zurecht machte. Neben dem Kachelofen stand eine Wiege.</p>
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<p>Neben der Wiege saß die Kathrin und nährte einen runden Säugling an ihrer strotzenden Brust. Die Magd deckte den Tisch. Der Vater fehlte. Mein Atem war bei diesem Anblick etwas ins Stocken geraten. Fast wäre ich wieder umgekehrt; aber das grausame Unwetter veranlaßte mich, einzutreten und um Herberge zu bitten für die Nacht.<br />
Ohne viel Umstände wurde das Gesuch des unbekannten Fremdlings mit dem größten Wohlwollen genehmigt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wilhelm-busch.de/werke/geschichten/schmetterling/abschnitt-26/">Abschnitt 26</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wilhelm-busch.de">Wilhelm Busch.de</a>.</p>
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