Gesunder Magen bleibt unbeachtet: Viel Arbeit, wenig Dank.

Scheint die Welt so groß, weil der Kopf so klein?

Lacher gibt’s vom Trottel bis zum Teufel.

Der Gewinn anderer wird fast wie ein eigener Verlust empfunden.

Um Neid ist keiner zu beneiden.

Klatschen heißt: anderer Leute Sünden beichten.

Der eine trägt Holz, der andre wärmt sich dran.

Der Ungeduldige fährt sein Heu naß ein.

Der Philosoph wie der Hausbesitzer hat immer Reparaturen.

Wer dir sagt, er hätte noch nie gelogen, dem traue nicht, mein Sohn.

Mancher kann nicht aus dem Fenster hinausdenken.

Schwäche ist mißtrauisch.

Wie stark einer leidet, ist nicht zu prüfen auf seine Richtigkeit,
da es verschiedene Dicke der Haut gibt.

Erwischtes Laster verzeiht eher als erwischte Dummheit.

Wenigstens Selbstironie sollte der Sünder haben – also jedermann.

Niemand holt sein Wort wieder ein.

Er mußte erst mit dem Kopf gegen die Bäume rennen,
ehe er merkte, daß er auf dem Holzwege war.

Wem Fortuna ein Haus schenkt, dem schenkt sie auch Möbel.

Wer auf offener See fährt, richtet sich nach den Sternen.

Wer zusieht, sieht mehr, als wer mitspielt.

Wer hinter die Puppenbühne geht, sieht die Drähte.

Fernsicht gibt’s, und wär’s nur von einem Maulwurfshaufen.

Die Wahrheit ist zu schlau, um gefangen zu werden.

Die Geschichte eines Flohs kann so interessant sein
wie die Geschichte Griechenlands.

Der Lyriker bringt seine Gefühle zu Markt wie der Bauer seine Ferkel.

Eine ethische Bedeutung der Kunst ist zweifelhaft:
Der Maler hält bei den Augen,
der Musiker bei den Ohren in der Welt fest.

Zahlen sind die Naturkräfte, belauscht in ihren Gewohnheiten.

Auch das kleinste Ding hat seine Wurzel in der Unendlichkeit,
ist also nicht völlig zu ergründen.

Der Glaube soll ruhig auf seiner Burg bleiben.
Da ist er sicher und geborgen.

Der Glaube, durch Verstand gestützt, ist wie ein Vogel,
dem man eine Leiter bringt, dran in die Luft zu steigen.

Glaubenssachen sind Liebessachen.
Es gibt keine Gründe dafür oder dagegen.

Wer kann behaupten, daß die Naturgesetze ewig sind?
Wir kennen nur das eine Ende davon.

Dumme Gedanken hat jeder, nur der Weise verschweigt sie.

Manche Wahrheiten sollen nicht, manche brauchen nicht,
manche müssen gesagt werden.

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