WÄRST DU EIN BÄCHLEIN, ICH EIN BACH,
So eilt ich dir geschwinde nach.
Und wenn ich dich gefunden hätt'
In deinem Blumenuferbett :
Wie wollt ich mich in dich ergießen
Und ganz mit dir zusammenfließen,
Du vielgeIiebtes Mädchen du !
Dann strömten wir bei Nacht und Tage
Vereint in süßem Wellenschlage
Dem Meere zu.
ES HATT' EIN MÜLLER EINE MÜHL
An einem Wasser kühle;
Da kamen hübscher Mädchen viel
Zu mahlen in der Mühle.
Ein armes Mädel war darunt,
Zählt sechzehn Jahre eben;
Allwo es ging, allwo es stund,
Der Müller stund daneben.
Er schenkt ein Ringlein ihr von Gold,
Daß er in allen Ehren
Sie ewig immer lieben wollt;
Da ließ sie sich betören.
Der Müller, der war falsch von Sinn: " Wenn ich mich tu vermählen,
So will ich mir als Müllerin
Wohl eine Reiche wählen."
Da 's arme Mädel das vernahm,
Wird's blaß und immer blasser
Und red't nit mehr und ging und kam
Und sprang ins tiefe Wasser. -